12. Februar 2009
12.02.2009

Kunststücke auf Pfoten

05.02.2009 | 13:42
Für sein Können muss er natürlich auch belohnt werden!

Haben Sie schon einmal – mit einem Leckerli in der Hand – vor Ihrem Hund gestanden, und beobachtet, was er Ihnen dafür anbietet?

Stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten alle natürlichen Bewegungsabläufe Ihres Hundes auf Hör- oder Sichtzeichen abrufbar machen. Das ist oft einfacher, als Sie denken, vorausgesetzt Sie sind Besitzer eines Hundes, der gerne frisst oder gerne spielt. Meinem Hund habe ich, nur über Futter, viele Tricks beigebracht.

Weil er viele ungewöhnliche Tricks beherrschte, war er häufig im Fernsehen als „Schleswig-Holsteinische Antwort auf Kommissar Rex" zu sehen. Er konnte beispielsweise mit der Nase die Stereoanlage einschalten, auf Hörzeichen den Kopf schütteln, Schubladen öffnen und vieles mehr. Diese Tricks kann man dann variieren.

Einem Zuschauer kann dann schon mal der Gedanke kommen, dass der Hund wirklich sein Frauchen daran hindern will, eine Zigarette zu rauchen, weil er a) die Zigarettenschachtel mit der Pfote vom Tisch zieht, b) beim Öffnen der Schachtel einmal bellt und den Kopf schüttelt, und c) die noch nicht angezündete Zigarette aus Frauchens Mund schnappt.

Auf die Frage „Wo ist die Nase?" soll der Hund mit der Pfote seine Nase berühren. Sie benötigen hierzu etwas Tesakrepp und ein sogenanntes Triebziel – in Form einer Handvoll klitzekleiner Leckerlis oder einem vom Hund favorisierten Spielzeug. Nehmen Sie nun ein Stück vom Tesakrepp (das klebt nur wenig und lässt sich leicht wieder entfernen) und kleben Sie dieses auf den Nasenansatz Ihres Hundes. Präsentieren Sie Ihrem Hund nun das Triebziel, und fragen Sie dabei nach der Nase. Vielleicht wird Ihr Hund Ihnen zunächst einmal ein braves „Sitz" anbieten und merken, dass er so nicht weiterkommt. Wenn Sie bemerken, dass der Hund sich bemüht, seinen Ball oder sein Leckerli zu erreichen, verbergen Sie das Triebziel hinter Ihrem Rücken und fragen weiter nach der Nase. Nicht mehr auf das Ziel seiner Wünsche fixiert, wird sich der Hund nun an das Tesakrepp auf seiner Nase erinnern und versuchen, dieses mit Hilfe seiner Pfote zu entfernen. Sobald der Kontakt Pfote-Nase hergestellt ist, belohnen Sie ihn mit dem eingesetzten Spielzeug oder Futter. Trainieren Sie nur mit dem Hund, solange dieser hoch motiviert ist, denn nur so wird er sich auf die nächste Trainingseinheit freuen. Wenn Sie alles richtig machen, wird Ihr Hund in kürzester Zeit in der Lage sein, Ihnen zu zeigen, wo Hund die Nase hat, auch ohne die Hilfe von Tesakrepp. Jede natürliche Bewegung des Hundes lässt sich so auf verschiedene Arten abrufbar machen.

Dass Hunde über eigene Kreativität verfügen, zeigte mir folgender Test: Ich setzte mich mit der kleinen Übungsfutterschüssel an den Tisch. Mein Hund – der immer viel Spaß am Üben hatte – kam freudig angelaufen, um sich durch das Vorführen seiner rund 20 Tricks das leckere Futter zu verdienen. Ich saß einfach nur da und beobachtete ihn. Er bot mir alles an, was er je von mir gelernt hatte, sogar Tricks, welche ich schon lange wieder vergessen hatte. Immer verzweifelter verstand er die Welt nicht mehr, und irgendwie tat er mir da schon richtig leid, denn ich bestätigte keinen seiner Tricks mit Futter für ihn. Auf einmal schnappte er sehr kreativ nach seiner Rute, bot mir somit etwas an, das er vorher noch nie gezeigt hatte. Damit hatte er sich natürlich den gesamten Inhalt der Futterschüssel und meine volle Anerkennung verdient.

Auch Ihr Hund ist sicherlich in der Lage, viel mehr zu leisten, als Sie sich vorstellen.

Die Autorin ist Hundetrainerin auch auf Mallorca, Tel.: 648-60 03 30.

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