Trotz inselweiter Vorwarnstufe: Keine Restriktionen beim Wasser auf Mallorca geplant
Dennoch müsse man wachsam sein, erklärt Ministerpräsidentin Marga Prohens. Dem gebeutelten Agrarsektor werden Hilfen in Millionenhöhe versprochen

Der Gorg Blau im Dezember 2023. / DALLYJAUME
Die Balearen-Regierung will zunächst keine Restriktionen beim Wasserverbrauch einführen. Das gab Ministerpräsidentin Marga Prohens am Montag (22.1.) bei einem Treffen mit Vertretern der Landwirtschaft bekannt. Die Politikerin begründete die Entscheidung damit, dass die Lage auf Mallorca und den Nachbarinseln kompliziert sei, aber weit weniger dramatisch als in anderen Regionen.
Als Beispiel nannte sie Andalusien und Katalonien. Dort liegen die Wasserreserven bei 20 respektive 16 Prozent. Auf den Balearen hingegen sind die Wasserspeicher zu 53 Prozent gefüllt. Dennoch gebe es keinen Anlass zur Entspannung, erklärte Prohens. Man beobachte wachsam die Daten. "Wir müssen vorbereitet sein, um problematischen Situationen zuvorzukommen."
Verantwortung der Bürger und der öffentlichen Verwaltung
Die Politikerin appelierte an das Verantwortungsbewusstsein sowohl der Bürger als auch der öffentlichen Verwaltung. "In den vergangenen Jahren wurde in dieser Hinsicht weggeschaut", konnte sich die Ministerpräsidentin einen Seitenhieb gegen die Vorgängerregierung nicht verkneifen. "Wasser ist ein knappes Gut. Angesichts unseres Klimas, den Bedürfnissen unserer Gesellschaft und den Auswirkungen des Klimawandels, sind wir verwundbar. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass das Wassermanagement nachhaltiger wird."

Marga Prohens (hinten) beim Treffen mit Vertretern des Agrarsektors. / CAIB
Eine der Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem gebeutelten Agrarsektor umgesetzt werden sollen, ist die Anhebung des Anteils von wiederaufbereitetem Wasser in der Landwirtschaft. Aktuell liege dieser bei 42 Prozent. Bis 2027 sollen es 60 Prozent werden. Zudem will die Regierung den Bauern 5,6 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um die Folgen der Trockenheit der vergangenen Monate zu bekämpfen.
Vereinbarung mit dem Inselrat
Erst vergangene Woche hatte die Balearen-Regierung gemeinsam mit dem Inselrat eine Vereinbarung getroffen, nach der 14,3 Millionen Euro aus Mitteln der Touristensteuer überwiesen werden, um unter anderem die maroden Wasserleitungen der Insel zu reparieren. Bei der Gelegenheit hatte Prohens erklärt, die Legislaturperiode stehe ganz im Zeichen des Wasserkreislaufs. Bei der Veranstaltung am Montag kündigte die Balearen-Regierung an, im Laufe der Legislaturperiode rund 600 Millionen Euro für die Verbesserung der Wasserversorgung investieren zu wollen. /pss
- Sexueller Übergriff auf Mallorca: Junge Frau verletzt vor Wohnhaus in Cala Ratjada aufgefunden
- Auswandern nach Mallorca: Die 10 wichtigsten Schritte für den Start auf der Insel
- Zehn Schlafzimmer, zehn Bäder, eigener Park: Deutscher verkauft sein 'Schloss' auf Mallorca
- Umweltschützer sprechen von 'Zeitbombe': Mallorca ist im Winter schon voller als Ende der 1990er im Sommer
- Betrug bei der Einkommensteuer: Warum auf Mallorca die Steuerpflicht manchmal nicht so ernst genommen wird
- Ärger über Handgepäckregeln: Passagier schlägt im Flughafen Mallorca Ryanair-Mitarbeiter die Zähne aus
- Ein Hauch von Frühling auf Mallorca: Temperaturen klettern in der neuen Woche auf 22 Grad
- ÖI-Embargo gegen Kuba: So leiden Mallorcas Hotelketten Meliá und Iberostar unter den US-Sanktionen

