Sexueller Missbrauch im Kloster Lluc ist verjährt

Ehemaliger Chorknabe der Blauets klagte gegen den Ex-Prior der Glaubenskongregation. Richterin stellt das Verfahren ein

06.07.2016 | 19:48
Der Kinderchor des Klosters war in den 90er-Jahren ein reiner Knabenchor.

Der katholischen Kirche auf Mallorca bleibt ein weiteres Missbrauchs-Urteil vorerst erspart: Eine Richterin in Palma hat das Verfahren gegen den ehemaligen Prior im Kloster Lluc eingestellt, weil die untersuchten mutmaßlichen Straftaten - sexuelle Misshandlung eines Chorknaben in den 90er-Jahren – verjährt seien.

Die Richterin argumentierte, dass der Kläger bereits seit 1998 volljährig sei. Als er 2015 Klage vor Gericht eingelegt hätte, seien alle im Gesetz vorgesehenen Verjährungsfristen eindeutig abgelaufen gewesen.

Ein früheres Mitglied des Kinderchors von Lluc "Blauets" hatte Anzeige gegen den damaligen Prior der dortigen Glaubenskongregation des Heiligen Herzens Jesu erstattet. Er sei in seiner Internatszeit im Kloster in den 90er-Jahren mehrfach sexuell missbraucht worden, hieß es in der Anzeige. Der heutige Kläger war 1990 im Alter von zehn Jahren in den Chor aufgenommen worden, der damals nur aus Jungs bestand.

Zu den Missbrauchshandlungen sei es im Alter von 13 Jahren gekommen. Da er zudem auch im Internat wohnte, sei er dem Geistlichen ausgeliefert gewesen. Nach einer Psychotherapie als Erwachsener entschloss er sich zu der Strafanzeige.

Das Verfahren gegen den Geistlichen war bereits einmal eingestellt worden, musste dann aber auf Anweisung einer höheren Instanz wieder aufgenommen werden. Die Richterin hat weder Zeugen angehört noch den Priester vorgeladen.

Der Prior ist damit noch nicht entlastet: In Inca liegt eine Anzeige eines weiteren Chorknaben vor. In diesem Verfahren sind die Straftaten offenbar noch nicht verjährt. Auch ein kirchliches Verfahren ist noch anhängig.

Erst am Montag (4.7.) hatte in einem anderen Prozess zu sexuellem Missbrauch in der Kirche auf Mallorca der ehemalige Gemeindepfarrer in Can Picafort gestanden, in den 90er-Jahren eine zehnjährige Messdienerin mehrfach vergewaltigt zu haben. Am ersten Tag des Prozesses akzeptierte er das wegen Geständnis und Reue reduzierte Strafmaß von sechs Jahren Gefängnis.  /tg

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