Bauern auf Mallorca befürchten miese Mandelernte

Veraltete Baumbestände und das Feuerbakterium setzen die traditionelle Branche unter Druck

14.08.2017 | 09:59
Alte und vernachlässigte Bäume sind besonders anfällig für das Feuerbakterium und andere Plagen.

Die Mandelernte auf Mallorca fällt dieses Jahr enorm schlecht aus. Darauf wies der Bauernverband Asaja hin. Statt der rund 1.600 Tonnen im vergangenen Jahr würde die im September beginnende Ernte 2017 nur rund 1.100 oder 1.200 Tonnen einbringen, schätzt Verbandssprecher Joan Simonet.

Als Gründe für den schlechten Ertrag führen die Mandelbauern einen überalterten Baumbestand sowie den Ausfall durch das vom Feuerbakterium befallene Pflanzen an. Da beide Faktoren besonders stark Mallorca nicht aber das spanische Festland betreffen, werde der Kilopreis für die Mandeln dabei kaum nach oben gehen. Dies führe zu großen Einbußen im Sektor, so Simonet. Auf der ganzen Insel seien neue Plantagen gepflanzt worden. Der Ertrag sei aber erst in einigen Jahren zu erwarten.

Besonders deutlich sieht man die Veränderung zwischen Santa Margalida und Can Picafort, erklärt Jaume Ribot, Mandelbauer aus Santa Margalida. Wo früher ein Mandelhain neben dem anderen blühte, stünden heute oft nur noch tote trockene Stämme.

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Auch Bartomeu Martorell, Vorsitzender der Mandelkooperative im Raum Inca klagt: "Dieses Jahr gibt es sehr wenig Frucht und viele tote Bäume. Die alten Exemplare sterben durch das Feuerbakterium und die Vernachlässigung und die neuen Plantagen können den Ertrag noch nicht ersetzen." Außerdem könnten die neuen Anpflanzungen zwar mittelfristig die Mandelproduktion wieder erhöhen aber nicht den "Anblick der alten traditionellen Bäume auf dem mallorquinischen Land" ersetzen.

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