Durchfall-Masche auf Mallorca: Scotland Yard soll einschreiten

Spanische und britische Polizei wollen die Hintermänner stellen

26.12.2017 | 11:17
Vor allem britische Urlauber nutzten die Rechtslage in ihrer Heimat.

Scotland Yard soll helfen, dem Millionen-Betrug mit der sogenannten "Durchfall-Masche" auf Mallorca ein Ende zu setzen. Die spanische Nationalpolizei forderte für die weiteren Ermittlungen Unterstützung bei den Kollegen in Großbritannien an, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet.

Unter dem Begriff "Durchfall-Masche" ist ein Betrugsfall bekannt geworden, mit dem anscheinend tausende von britischen Urlaubern ihr Geld für Pauschalreisen in All-inclusive-Hotels auf Mallorca zurückforderten. Anwaltskanzleien sollen die Urlauber dazu angespitzt haben, sich in der Apotheke ein Durchfallmittel zu kaufen, um nach dem Urlaub vorzutäuschen, man habe sich durch das Hotelessen eine Magenverstimmung eingehandelt. Das britische Verbraucherrecht ermöglichte so, Geld von den Reiseveranstaltern zurückzufordern, die sich wiederum von den Hotels auf der Insel entschädigen ließen. Mallorquinischen Hotelketten entstand auf diese Weise Millionenschaden.

Sowohl die spanische Nationalpolizei als auch die Guardia Civil ermitteln in dem Fall. Im September wurden die ersten Verdächtigen auf Mallorca festgenommen. Auch in Großbritannien kam es zu ersten Gerichtverfahren. Um nun weitere Hintermänner zu stellen, forderte Spanien die Mithilfe von Scotland Yard an. /tg

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