Ergebnisse auf Mallorca: Jubel bei Konservativen, Aufatmen bei Sozialisten

Linksbündnis wieder vor PSOE, verliert aber Stimmen. Keine Änderung bei den acht Balearen-Mandaten

27.06.2016 | 10:49
Fotogalerie: Impressionen vom Wahltag und der Wahlnacht

Auch auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln haben die Konservativen nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen deutlich zugelegt und mit drei von acht Mandaten, mit denen die Insel-Provinz im spanischen Parlament vertreten ist, mit Abstand die Wahlen gewonnen. Mit knapp 35,1 Prozent der Stimmen verbessert die Partei von Spitzenkandidatin Teresa Palmer deutlich das PP-Ergebnis von Dezember (29,1 Prozent).

In keiner anderen Provinz sei der Abstand zwischen der siegreichen PP und den nachfolgenden Parteien so deutlich ausgefallen wie auf den Balearen, erklärte Palmer in der Wahlnacht unter dem Jubel der Parteimitglieder. Die Konservativen auf den Inseln haben doppelt so stark zugelegt wie im Rest Spaniens.

Im Gegensatz zu Gesamtspanien landet wieder Podemos, beziehungsweise das Linksbündnis Units Podem Més auf dem zweiten Platz vor den Sozialisten. Die Formation von Spitzenkandidat von Ex-Richter Pedro Yllanes kommt auf 25,4 Prozent und damit auf zwei Mandate im Spanien-Parlament. Das Ergebnis liegt zwei Prozentpunkte unter dem vom Dezember, als Podemos noch ohne die linksökologische Regionalpartei Més und die Vereinigte Linke angetreten war. Dies ist vor allem für Més bitter - Kandidat Antoni Verger geht auf dem dritten Listenplatz leer aus. "Ich mache keinen Hehl daraus, dass wir mehr erwartet haben", so Yllanes in der Wahlnacht, "aber wir sind die stärkste Kraft der politischen Linken auf den Balearen".

Die Sozialisten, die auf den Balearen die Ministerpräsidentin stellen, machen Boden gut und steigen von 18,2 auf 20,2 Prozent. Die Zahl der Mandate liegt unverändert bei zwei. Ministerpräsidentin Francina Armengol (PSOE) muss nach diesem Ergebnis keine Turbulenzen in ihrer Linksregierung fürchten - ihr Bündnis mit der regionalen Linkspartei Més ist auf die Stimmen von Podemos angewiesen, um Entscheidungen mit absoluter Mehrheit zu treffen. Hätte Podemos zugelegt, hätte sich Armengol auf weitere Forderungen des Juniorpartners einstellen müssen. "Man hat uns für tot erklärt, wir haben aber über die Umfragen gesiegt", so die Ministerpräsidentin in der Wahlnacht.

Die liberalen Ciudadanos haben auf den Balearen wieder ein Mandat für das spanische Parlament geholt, aber leicht Stimmen eingebüßt. Sie kommen auf 14,5 Prozent.

Gewählt wurden auch die Senatoren, die Mallorca in der zweiten Kammer des spanischen Parlaments vertreten. Die PP holte wieder zwei der drei Mallorca-Mandate - nach Madrid gehen Miguel Angel Ramis und Catalina Soler -, Units Podemos Més ein Mandat, das Margarita Quetglas einnehmen wird. /ff

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