Mallorca: "Spitzendestination für Birdwatcher"

Interview mit dem Siegerteam des ersten "Mallorca Birding Race" auf der Insel

27.10.2016 | 11:15
Antonio Sandoval (re.) mit seinem Team.

Es war ein knapper Sieg: Mit 114 Punkten lag die Mannschaft der "Petrelvutardos" beim ersten Mallorca Birding Race auf Mallorca nur knapp vor dem Team „Rarebird Spain" mit 113 Punkten. Auf dem dritten Platz landeten „The Flying Dutchmen" mit 106 Punkten. Ausgestattet mit Prisma und Teleskop legten sich die Mannschaften am Samstag (22.10.) bis zu 24 Stunden lang auf die Lauer, um zehn vorgegebene Vogelarten zu erspähen. Der Name der Siegermannschaft setzt sich zusammen aus petreles (Hakensturmtaucher) und avutardas (Großtrappen) - ähnlich wie diese Vogelarten stammen die fünf Mitglieder der Mannschaft, die erstmals gemeinsam antraten, aus Galicien, Zamora, Madrid und Tarragona. Teamsprecher Antonio Sandoval ging nach der Siegerehrung am Sonntag in Colònia de Sant Jordi ans Telefon, um die Fragen der MZ zu beantworten.

Herzlichen Glückwunsch. Das war ganz schön knapp?
Allerdings. Wir hatten starke Gegner, wir mussten unser Bestes geben. Und ein bisschen Glück gehört auch dazu.

Was war Ihre Strategie?
Wir haben genau auf die Karte und die Uhr geschaut, um die Fahrtzeiten zwischen den Gebieten im Auge zu behalten. Los ging es zu Sonnenaufgang am Cap de Ses Salines. Dort konzentrieren sich viele Vögel, die weiter nach Afrika fliegen. Dann ging es weiter nach Es Trenc-Salobrar, Formentor, s´Albufereta und schließlich s´Albufera. Wir mussten auch bewusst Gebiete ausschließen, von denen wir wussten, dass die Chancen auf Sichtungen geringer sind. Ich als Galicier habe mich vor der Reise zudem nochmal mit den Mittelmeer-Arten vertraut gemacht.

Gab es Überraschungen?
Wirklich exotische Vögel leben hier natürlich nicht, aber wir hatten das Glück, im Salobrar einige mirlos capiblancos (Singdrosseln) zu beobachten, in einem Privatgarten, der an das Gebiet angrenzt.

Wie beweist man die Sichtungen der Vögel - mit Fotos?
Bei Veranstaltungen wie diesen wird Ehrlichkeit vorausgesetzt. Wir vertrauen blind den anderen Mannschaften. Wenn wir einen Vogel sichten oder hören, wird das genau protokolliert.

Was war Ihr persönliches Highlight beim Birding Race?
Ein Fischadler. Auf ihn sind wir ganz am Ende des Tages in einem Wald in der s´Albufera gestoßen. Nach einem verregneten Tag kamen plötzlich ein paar Sonnenstrahlen zwischen den Wolken hindurch, und der Fischadler ließ sich von der schon tiefstehenden Sonne trocknen. Das war wunderschön. Die Art war in Spanien schon fast ausgestorben, jetzt kann man sie wieder häufiger sehen. Mallorca ist schon eine Spitzendestination für Birdwatcher.

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