Sóller fordert ein Jahr Haft für schweren Fall von Tierquälerei

Ein anscheinend depressiver Mann vernachlässigte seinen Hund über Wochen und ließ ihn fast sterben

10.03.2017 | 11:05
Verletzt, verdreckt und halb verdurstet: der Hund 2013.

Wegen wochenlanger Vernachlässigung eines Mallorca-Schäferhundes (Ca de Bestiar) steht in Palma ein junger Mann aus Sóller vor Gericht. Als die Ortspolizei das Tier befreite, war der Hund anscheinend schon zwei Monate in einem Käfig eingesperrt, hatte weder Futter noch Wasser und war kurz vor dem Tod. Das Rathaus Sóller, das als Nebenkläger in dem Fall auftritt, fordert ein Jahr Haft.

Der Angeklagte gab vor Gericht an, in dem Zeitraum unter schweren Depressionen gelitten zu haben. Er hätte sich mit Selbstmordgedanken gequält und das eigene Zimmer kaum verlassen. Deswegen sei er nicht in der Lage gewesen, das Tier zu versorgen. Dabei sei es niemals seine Absicht gewesen, dem Hund Schaden zuzufügen.

Die Ortspolizei befreite den Hund 2013 in einem erbärmlichen Zustand, verletzt und ausgetrocknet in den eigenen Exkrementen liegend. Der damalige Bürgermeister - der Tierarzt Carlos Simarro - untersuchte das Tier. Der Gemeinderat für Umwelt, Joan Ruiz, peppelte das Tier im eigenen Haus wieder gesund.

Das Gericht muss nun auch darüber entscheiden, inwieweit das Rathaus überhaupt berechtigt ist, als Kläger aufzutreten. Verteidigung und Staatsanwaltschaft plädieren auf Freispruch.

Im Juni 2016 war ein Mann aus Palma zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er seinen Hund verhungern ließ. Haftstrafen unter zwei Jahren werden in Spanien in der Regel zur Bewährung ausgesetzt. /tg

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