17. Februar 2020
17.02.2020
Mallorca Zeitung

Die fünf großen Unwetter, die Mallorca erschüttert haben

In den vergangenen 20 Jahren hat es auf der Insel immer wieder heftig gestürmt und geregnet. Katastrophale Folgen hatte das in diesen Fällen

17.02.2020 | 01:00

Mallorca ist für die meisten Deutschen das Sinnbild eines schönen Inselparadieses. Doch nicht immer lacht die Sonne vom Himmel – in den vergangenen Jahren zogen einige schwere Stürme über die Insel. Die MZ hat eine Liste der schwersten Unwetter erstellt – was schwerer fällt als gedacht. „Das ist kompliziert", sagt Romualdo Romero, Meteorologe an der Balearen-Universität. „Jeder Experte wird eine andere Meinung haben, da es verschiedene Kriterien gibt: die Menge an Niederschlägen, die Windgeschwindigkeiten, die Höhe der Wellen, der hinterlassene Sachschaden oder die Zahl der Toten." In jedem Fall stechen im Zeitraum der vergangenen 20 Jahre fünf Unwetter aus der Masse heraus.

Sonntag, 11. November 2001

Nach einem sommerlichen Oktober hatten sich die Luftmassen im Mittelmeerraum aufgewärmt. Als kalte Polarluft aus dem Norden über die Insel zog, kam es zum Unwetter, das am Samstag begann und einen Tag später seinen Höhepunkt hatte. Es sei das heftigste Unwetter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 50 Jahren gewesen, sagten Meteorologen damals. Ein Orkan fegte mit 150 Kilometern pro Stunde über Mallorca und sorgte für Zerstörung. Etwa eine Million Kiefern entwurzelte der Sturm. Zwei Menschen wurden von Bäumen erschlagen, ein Motorradfahrer stürzte über einen auf der Straße liegenden Baum und verstarb, ein Mitarbeiter des Energiekonzerns Gesa erlitt bei Arbeiten am Stromnetz einen tödlichen Schlag. 7.800 Schadensmeldungen gingen beim Katastrophenfonds ein, der 22 Millionen Euro für Mallorca bereitstellte. Am Donnerstag darauf folgte ein Hagelsturm. Die Bauern beklagten erhebliche Ernteausfälle.

Dienstag, 12. September 2006

Der Sommer 2006 war verhältnismäßig heiß und trocken. Die ausgedörrte Erde konnte die Regenmassen, die am Dienstagnachmittag vor allem auf den Westen der Insel niederprasselten, nicht aufnehmen. In Sóller regnete es binnen zwei Stunden 103 Liter pro Quadratmeter. In Alaró trat der Sturzbach Torrente de na Marranxa über seine Ufer und überschwemmte zahlreiche Häuser. Eine 83-jährige Frau kam ums Leben. Der Sturzbach brachte zwei Wände ihres Hauses zum Einsturz und riss die Rentnerin mit sich. Beim Gewitter in der Nacht darauf zählte der Wetterdienst mehr als 5.000 Blitze über Mallorca.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Kurz, aber heftig, so lässt sich dieser Gewittersturm beschreiben. Um 17.30 Uhr war es plötzlich stockfinster wie in der Nacht. Ein Mini-Tornado verwüstete hauptsächlich Palma. Der 20-minütige Sturm kostete einem Wachmann vom Krankenhaus Son Espases das Leben. Der 48-Jährige brachte sich in einem kleinen Häuschen in Deckung. Doch Wind riss es mit sich, und eine herumfliegende Blechwand trennte dem Mann einen Teil des Arms ab. Zwei Wochen später starb er an den schweren Verletzungen. Es hätten noch mehr Menschen bei dem Sturm sterben können. In Gefahr waren die etwa 2.000 Besucher der Sporthalle von Son Moix, wo Teile des Dachs vom Wind mitgerissen wurden. Im Gewerbegebiet Can Valero wurde ein Dutzend Lagerhallen zerstört, Autos vom Wind umgekippt. 11.000 Schadensmeldungen gingen beim Katastrophenfonds ein, der 43 Millionen Euro auszahlte.

Dienstag, 9. Oktober 2018


Ungeachtet aller Kriterien dürfte die Flutkatastrophe von Sant Llorenç das schlimmste Unwetter überhaupt gewesen sein. Innerhalb von sechs Stunden fielen 400 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, ein Sturzbach trat über die Ufer und flutete die Gemeinde. Eine Studie ergab, dass 300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde mit einer Geschwindigkeit von sieben Metern pro Sekunde durch den Ort rauschten. 13 Menschen verloren ihr Leben. Knapp die Hälfte der Häuser wurde völlig zerstört. Die Zentralregierung schätzte die Schäden auf rund 40,3 Millionen Euro, wovon der Staat die Hälfte übernahm. Einsatzkräfte und Freiwillige schafften rund 4.050 Tonnen Schlamm, Schutt und
Unrat aus den betroffenen Orten.

Sonntag, 19. Januar 2020

Drei Tage lang wütete ab dem 19. Januar Sturmtief Gloria auf der Insel. Die heftigen Regenfälle – in Lluc in der Tramuntana waren es insgesamt 334 Liter pro Quadratmeter – ließen acht Sturzbäche über die Ufer treten. Orkanböen peitschten das Meer auf, Rekordwellen wurden registriert. Der Wetterdienst maß vor Menorca eine 14,8 Meter hohe Welle. Auf dem spanischen Festland starben acht Personen durch Gloria, auf Ibiza zwei. Auf Mallorca wird seit dem Unwetter ein Schluchtenwanderer vermisst, die Suche läuft weiter. Dass der 27-jährige Mallorquiner aber noch lebend gefunden wird, gilt als unwahrscheinlich.

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