20. Oktober 2018
20.10.2018

Kritik an Wartung der Sturzbäche nach Überschwemmung auf Mallorca

Am Freitag (19.10.) mussten 60 Menschen im Nordosten der Insel gerettet werden. Alle Warnstufen aufgehoben

20.10.2018 | 08:07
Kritik an Wartung der Sturzbäche nach Überschwemmung auf Mallorca
Kritik an Wartung der Sturzbäche nach Überschwemmung auf Mallorca

Nach den heftigen Überschwemmungen im Raum Pollença im Nordosten von Mallorca ist Kritik an mangelnden Vorbeugemaßnahmen laut geworden. "Das Bett des Sturzbachs war wirklich sehr schmutzig", meint Anwohner Miquel Torrandell, dessen Haus in Llenaire beinahe vom Torrente Sant Jordi überschwemmt worden wäre, gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca". Es sei schon eine ganze Weile her, dass der Sturzbach gereinigt worden sei.

Torrandell wie auch ein Nachbar mussten mit ansehen, wie ein Helikopter der Guardia Civil eine Familie und eine Seniorin vom Dach ihres Landhauses rettete, nachdem es vom Wasser eingeschlossen war. Der Regen sei gar nicht so stark gewesen, so Nachbar Martí Fuster, doch es sei viel Wasser aus der Gegend von Búger und Campanet gekommen. Auch weitere Anwohner kritisierten die mangelnde Reinigung des Sturzbachs.

Die Gemeinde Pollença hatte den Pfarrsaal in Port de Pollença für die rund 60 Menschen hergerichtet, die von den Einsatzkräften gerettet wurden, es handelte sich um Residenten, deren Landhäuser sich in der Nähe des Sturzbachs befinden, sowie auch Feriengäste. Letztendlich seien die Betroffenen aber bei Angehörigen und Freunden untergekommen. Nachdem die Sturzbäche am Morgen angeschwollen waren, ging die Überschwemmung bereits gegen 13 Uhr zurück.

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Im Bereich der alten römischen Brücke, in der Nähe des Ortskerns von Pollença, war der Wasserspiegel so stark angestiegen, dass die Pont Romà beinahe überschwemmt worden wäre. Doch auch hier sank der Wasserspiegel recht schnell wieder. Zahlreiche Neugierige, die den sich in einen wilden Fluss verwandelnden Sturzbach fotografieren wollten, mussten von den Rettungskräften auf die Gefahren hingewiesen werden. Der Rettungsdienst 112 bat eindringlich, keine Selfies vor überbordenden Sturzbächen zu machen.

Im Gegensatz zur Flutkatastrophe von vergangener Woche, bei der im Raum Sant Llorenç an der Ostküste von Mallorca 13 Menschen ums Leben gekommen waren, wurden nur einzelne Häuser überschwemmt, es kam niemand zu Schaden.

Am stärksten regnete es in Lluc in der Tramuntana mit 90,5 Litern pro Quadratmeter, dahinter folgten die Serra d'Alfàbia (67,6 Liter), Muro (41,8 Liter) Escorca, Son Torrella (31,0 Liter, Santa Maria (30,4 Liter), Banyalbufar (27,2 Liter), Port de Pollença (27,0 Liter) und Pollença (24,4 Liter). /ff





Am Samstag (20.10.) kann es auf Mallorca weiterhin ortsweise stark regnen, der spanische Wetterdienst Aemet hat allerdings alle Warnstufen aufgehoben. Die Temperaturen steigen wieder auf Höchstwerte um die 26 Grad in Palma de Mallorca und auf bis zu 21 Grad im Gebiet der Tramuntana. /ff
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