16. November 2018
16.11.2018

Kein Grund zum Jammern über die Hauptsaison auf Mallorca

Spanische Urlauber gleichen Rückgang bei Deutschen und Briten aus

16.11.2018 | 01:00
Auf Mallorca war diesen Sommer genauso viel los wie im Rekordjahr 2017. Auf Ibiza und Menorca hingegen gab es einen spürbaren Urlauberrückgang.

Natürlich haben die Hoteliers der Insel recht, wenn sie konstatieren, dass die abgelaufene Saison 2018 keine sensationellen Rekordzahlen bereitgehalten hat. Aber musste sie das wirklich? „Nein", sagt etwa Antoni Horrach, Direktor der HM Hotels. „Auch so war es eine sehr gute Saison."

Schauen wir uns ein paar Zahlen der Hauptsaison an. Zumindest auf Mallorca gibt es da für die Hoteliers keinen Grund zur Klage. Selbst nach den Traumzahlen 2017 kamen in den Monaten Juni bis September 2018 laut dem in der vergangenen Woche veröffentlichten Konjunkturbericht der mallorquinischen Hoteliersvereinigung FEHM noch mal minimal mehr Urlauber nach Mallorca – 0,8 Prozent. Im Juni waren die Balearen innerhalb Spaniens vor Katalonien das beliebteste Reiseziel für Ausländer.

Die kleineren Balearen-Inseln mussten hingegen zumindest im Sommer spürbare Rückgänge hinnehmen, sodass die Gesamtzahl der Urlauber in den vier Monaten der Hauptsaison (Juni bis September) laut der FEHM von 8.947.886 im Jahr 2017 auf 8.888.771in diesem Jahr sank. Die Statistik weist 40,13 Millionen Hotelübernachtungen aus, was 50.000 weniger als vergangene Saison waren. Dafür stieg der durchschnittliche Preis eines Hotelzimmers von 110,60 Euro auf 116 Euro. Auch die Ausgaben der Urlauber legten um stolze 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Also kein Grund zum Jammern. Auch die Statistiken der Balearen-Regierung für die ersten neun Monate 2018, das aktuellste Zahlenwerk, was zurzeit vorliegt, zeigen ein leichtes Urlauberplus. Insgesamt 14.523.421 Gäste besuchten die Balearen von Januar bis September. Das sind 0,6 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten des Jahres 2017. 27,3 Prozent der Urlauber (3.958.027) stammten dabei aus Deutschland. Das sind 5,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei den Briten gab es einen Rückgang von zwei Prozent. Die größten Zuwächse nach Nationalitäten gab es bei den Spaniern selbst (+13,5 Prozent), den ­Holländern (+25 Prozent), den Italienern (+30,3 Prozent) und den Schweizern mit stolzen 139 Prozent mehr bei insgesamt allerdings nur 86.624 Touristen.

Der Vorsitzende der FEHM, Maria Frontera, bereitet der Rückgang der deutschen Urlauber in der Hauptsaison Sorgen. Sie könnten, wie bereits in diesem Jahr geschehen, verstärkt in die Türkei und nach Ägypten abwandern. „Wir haben zwar die Einbußen bei den ausländischen Gästen zum Teil mit dem spanischen Markt aufgefangen, allerdings ist es besorgniserregend, dass die Urlauber aus unseren beiden wichtigsten Quellmärkten, dem deutschen und dem englischen zurückgegangen sind", sagt Frontera der MZ. Viele Hotels hätten die Zahlen aus dem Vorjahr nur halten können, weil sie „zielgenaue Geschäftsstrategien" angewandt haben. Das Wort Rabatte will sie nicht in den Mund nehmen.

Lebhafte Nebensaison

Indes darf die Strategie der Landesregierung, den Tourismus weg von den Sommermonaten hin in die Nebensaison zu verlagern, als durchaus erfolgreich bezeichnet werden. Wozu ­sicher auch Hoteliers und Fluggesellschaften (S. 6) ihren Teil beitragen. Das zeigte sich vor allem in den Monaten Januar bis März, als die Balearen laut der Zahlen des Statistikinstituts INE 673.162 Urlauber empfingen – und damit 13,1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2017. Schaut man nur auf den März, sind die Zahlen noch eindrucksvoller. 23,3 Prozent Urlauber mehr als im Vorjahresmonat kamen auf die Inseln, wobei in diesem Jahr die Semana Santa in den März fiel, während Ostern 2017 im April war. In den ersten sechs Monaten des Jahres reisten 5,4 Millionen Urlauber auf die Balearen, was letztlich eine leichte Steigerung zum Vorjahr von 0,4 Prozent bedeutete. 30,2 Prozent der Urlauber von Januar bis Juni stammten aus Deutschland, 29,4 Prozent aus Großbritannien.

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