Deutsche und Mallorquiner ausgeschlossen: Verlosung einer Villa auf Mallorca womöglich rechtswidrig
Die Villa in Selva kostet 3,5 Millionen Euro. Obendrauf kommt ein stattlicher Bargeldbetrag den Gewinnern zugute. Teilnehmen darf aber nicht jeder. Das hat jetzt rechtliche Konsequenzen

Diese Villa in Selva wird von Amerikanerin verlost. Allerdings ist nicht jeder teilnahmeberechtigt. / Omaze
Nachdem im Dezember ein amerikanisches Unternehmen eine Villa in Selva ausschließlich für britische Staatsbürger verlost hatte, wird nun offiziell untersucht, ob das überhabt rechtlich möglich ist. Die Nationalpolizei und die Landesregierung haben laut MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" Ermittlungen aufgenommen. Die Verlosung der 3,5 Millionen teuren Villa solle wohltätigen Zwecken dienen, hieß es damals. Die dahinter steckende Firma Omaze ist allerdings ein gewinnorientiertes Unternehmen.
Bürgermeister meldet Verlosung
Wie bei einer Lotterie können diejenigen, die sich an der Kampagne beteiligen, einen Hauptpreis gewinnen, bei dem es sich um ein Traumhaus oder ein anderes unvergessliches Erlebnis handeln kann. Selvas Bürgermeister Joan Rotger (PP), setzte, als er von dem Gewinnspiel erfuhr, sofort ein Schreiben an die Regierungsdelegation auf den Balearen auf, um die rechtliche Situation prüfen zu lassen.
In diesem offiziellen Schreiben, das Mitte Dezember 2023 versandt wurde, äußerte sich Rotger kritisch und stellte die Art von Eigentumsübertragung in Frage. Vor allem aber beanstandete er, dass nur im Vereinigten Königreich ansässige Personen teilnahmeberechtigt sind und bedauerte, dass Einwohner von Selva, die übrigen Mallorquiner und ganz allgemein alle Spanier ausgeschlossen sind.
Die Regierungsdelegation antwortete nun der Gemeindeverwaltung, dass sie das Schreiben an die Kriminalpolizei, Dienststelle Glücksspielkontrolle, sowie an das balearische Ministerium für Unternehmen, Beschäftigung und Energie, das sich mit Glücksspiel beschäftigt, weitergeleitet hat.
Neben der Villa gibt es Bargeld
Die Frist für die Teilnahme an der Verlosung begann im vergangenen Dezember und sollte Ende Januar enden. Neben der Villa winken dem Gewinner auch 290.000 Euro in bar. Die Villa ist vollständig ausgestattet. Auf der Website des Unternehmens ist ein umfangreicher Katalog mit Fotos des Hauses zu sehen. Die Veranstalter der Verlosung teilen mit, dass der neue Besitzer mit einer Vermietung eine monatliche Miete von etwa 3.000 Euro erzielen kann.
Amerikanisches Prinzip
Hinter Omaze stecken zwei ehemalige amerikanische Studenten der Stanford University. Laut eigener Aussage kamen sie auf die Idee, das Unternehmen zu gründen, nachdem sie eine Wohltätigkeitsgala besucht hatten, bei der Tickets für die Los Angeles Lakers mit dem legendären Basketballspieler "Magic Johnson" für 13.000 Euro versteigert wurden. /dise
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