13. Dezember 2017
13.12.2017
40 Años

Mallorca-Flieger Niki stellt Flugbetrieb am Donnerstag ein

Die Airline hat am Mittwoch (13.12.) Antrag auf Insolvenz gestellt. Zuvor hatte die Lufthansa wegen Bedenken der Wettbewerbshüter auf ein Kaufangebot für die Air-Berlin-Tochter verzichet

18.12.2017 | 09:13
Niki-Flieger.

Die Flieger bleiben am Boden: Die Airline Niki hat am Mittwochabend angekündigt, zum Donnerstag (14.12.) den Flugbetrieb einzustellen. „Wir bitten Passagiere, die ihren Flug über einen Reiseveranstalter gebucht haben, sich mit ihm in Verbindung zu setzen", heißt es auf der Website. Der Reiseveranstalter sei für die Beförderung zuständig. Für Passagiere, die ihren Flug direkt bei Niki gebucht haben, sollen laut der Fluggesellschaft mehrere Airlines eine „Rückholaktion auf Stand-by-Basis" gegen ein „geringes Entgelt" organisieren. Tuifly werde sich nicht daran beteiligen, so Niki.

Der Mallorca-Flieger hatte am Mittwoch einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt, wie eine Sprecherin der Berliner Justizbehörden gegenüber der MZ bestätigt. Zuvor hatte bereits die deutsche Bundesregierung erklärt, dass mit einer Einstellung des Flugbetriebs zu rechnen sei. Alternative Käufer für Niki hätten nicht bereit gestanden, „trotz allerlei öffentlicher Ankündigungen und intensiven Bemühens des Generalbevollmächtigten von Air Berlin", hieß es.

Die Lufthansa hatte zuvor ihr Angebot für eine Übernahme von Niki zurückgezogen, um die EU-Wettbewerbshüter zu besänftigen und zumindest wie geplant weitere Unternehmensteile von Air Berlin zu übernehmen. Der Konzern verwies in einer Mitteilung vom Mittwochmittag darauf, gegenüber Brüssel zum Verzicht auf diverse Slots bereit gewesen zu sein. Die Kommission habe dies aber für nicht ausreichend gehalten.

Es sind ungewisse Zeiten für Mallorca-Residenten und -Urlauber, die in diesen Weihnachtswochen zwischen Deutschland und der Insel reisen wollen. Neben der Einstellung des Flugbetriebs bei Niki dürfte auch der Flugplan von Ryan-air kräftig durcheinanderkommen. Erstmals in der Geschichte des irischen Billigfliegers hat die Gewerkschaft der Piloten einen Streik angekündigt. Zusammen haben Niki und Ryanair im November gut 152.000 Fluggäste zwischen Deutschland und Mallorca transportiert – 54 Prozent aller Passagiere auf diesen Strecken.

Krimi um Niki

Dass etwas nicht stimmt, merkten die Kunden von Niki schon vor den Hiobsbotschaften am Mittwoch bei der Online-Buchung: So war die Bezahlung auf der Website nur noch per Sofort-Überweisung oder per Diners-Club-Karte möglich. „Wir bitten unsere Kunden und Partner um Verständnis, dass derzeit angesichts der Insolvenz unserer Muttergesellschaft Air Berlin nicht alle Serviceleistungen in gewohntem Umfang zur Verfügung stehen", erklärte eine Niki-Sprecherin gegenüber der MZ am Mittwochmorgen. Man arbeite auf Hochtouren, um diese „technischen Pro-bleme zu lösen." Wenige Stunden später folgte der Antrag auf Insolvenz. Was diese bedeuten könnte, hatte Air Berlin bereits am Dienstag in einer Pressemitteilung ausgemalt: den Verlust von „tausend Jobs", „Zehntausende gestrandete Passagiere" und „Hunderttausende Tickets, die ihre Gültigkeit verlieren".

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Dass noch Thomas Cook einspringen könnte, wie die „Süddeutsche Zeitung" am Mittwoch berichtete, hatte Air Berlin in der Pressemitteilung ausgeschlossen. Es gebe keine Alternative für den Lufthansa-Deal, hieß es in der Mitteilung, die wie eine Drohung an die EU-Kommission klang. Die britische IAG habe mitgeteilt, dass sie kein Kaufinteresse mehr habe. „Auch die erneuten Gespräche mit dem Bieterkonsortium um den Reiseveranstalter Thomas Cook haben nicht ansatzweise zur Unterbreitung eines tragfähigen Alternativangebots geführt."

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Die Bedenken der Wettbewerbshüter hinsichtlich des Lufthansa-Deals sind auch ausMallorca-Perspektive nachvollziehbar. Wären die Niki-Flüge der Lufthansa-Tochter Eurowings zugeschlagen worden, wäre die Gruppe auf einen Anteil bei den Passagierzahlen auf den Mallorca-Strecken von mehr als 50 Prozent gekommen – keine guten Wettbewerbsvoraussetzungen.

Bei Lufthansa greift derweil Plan B. In Erwartung der Übernahme hatte der Konzern der Niki von dem ursprünglich vereinbarten Kaufpreis bereits einen Teil als Brückenfinanzierung zur Verfügung gestellt. Nun will die Lufthansa die „nicht ausgezahlten Kaufpreiskomponenten" für den „organischen Kapazitätsaufbau in den Märkten von Niki" nutzen.

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