Sexueller Missbrauch: Bistum enthebt Pfarrer seines Amts

Die Diözese auf Mallorca hat als erste in Spanien einen Priester, der mehrfach Mädchen vergewaltigt hat, aus dem Kirchendienst entlassen

21.03.2013 | 12:22

Das Bistum Mallorca hat einen Pfarrer aus Can Picafort wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Priesteramt enthoben. Wie die Diözese am Donnerstag (21.3.) mitteilte, hat ein Kirchengericht den Geistlichen, dem vorgeworfen wurde, mehrere Minderjährige sexuell missbraucht zu haben, für schuldig befunden. Mit der Entlassung aus dem Kirchendienst wurde gegen den Seelsorger, der bereits im März 2011 vom Dienst suspendiert worden war, die höchstmögliche Strafe verhängt.

Es handelt sich um den ersten Fall in Spanien, in dem die katholische Kirche mit harter Hand gemäß den Vorgaben des früheren Papstes Benedikt XVI. gegen sexuellen Missbrauch vorgeht. Demnach muss ausnahmslos allen Vorwürfen nachgegangen werden, die Betroffenen müssen neben der weltlichen Gerichtsbarkeit auch vor ein kirchliches Gericht gestellt werden.

Eine 24-Jährige hatte gegen den ehemaligen Pfarrer im Januar 2011 Anzeige erstattet. Die junge Frau erklärte gegenüber der Guardia Civil, dass der Priester sie im Alter von zehn oder elf Jahren wiederholt sexuell missbraucht und vergewaltigt habe. Bereits 1998 hatte ein Gemeindemitarbeiter den Fall angezeigt, damals leugnete das Mädchen die Vorwürfe allerdings, weil sie, wie sie nun aussagte, vom Pfarrer gezwungen worden sei, nicht die Wahrheit zu sagen. Der damalige Bischof hatte die Vorwürfe nicht weiter ernst genommen und den Pfarrer im Amt belassen.

Das Bistum hatte nach eigenen Angaben bereits beim Bekanntwerden des Missbrauchsskandals entsprechend der Vorgaben aus dem Vatikan Ermittlungen in die Wege geleitet. Mallorcas ehemaliger Bischof Jesús Murgui hatte den Priester daraufhin im Frühjahr 2011 von seinen Ämtern entbunden.

Neben der 24-Jährigen haben schließlich zwei weitere junge Frauen Anzeige erstattet, eine aus Can Picafort und eine aus Cala Ratjada, wo der Priester zuvor eingesetzt war. Eine von ihnen erklärte ebenfalls, dass sie 1997 und 1998 wiederholt vergewaltigt worden sei.

Der verurteilte Geistliche hat nun 15 Tage Zeit, um direkt beim Vatikan Widerspruch gegen das Urteil einzulegen. Inzwischen hat außerdem das Amtsgericht Inca den Pfarrer wegen der selben Vorwürfe ins Visier genommen. Bei seiner Vernehmung wies er jedoch alle Anschuldigungen zurück.

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