Neue Gewaltattacke gegen Zeugen im Fall Cursach

Der ehemalige Mitarbeiter der Diskothek "Tito's" gilt als einer der wichtigsten Zeugen im Korruptionsfall um den "Disco-König". Trotz Polizeischutzes schlugen zwei Männer brutal auf ihn ein

02.07.2017 | 11:33
Aufnahme aus dem Gerichtssaal auf Mallorca, auf dem der Zeuge seine Aussage macht

Neue Gewaltattacke im Fall Cursach: Einer der Kronzeugen im Prozess gegen den Diskothekenkönig Bartolomé Cursach ist in der Nacht auf Freitag (30.6.) von zwei Unbekannten in Palma de Mallorca brutal zusammengeschlagen worden.

Der ehemalige Mitarbeiter der Diskothek "Tito's" war auf dem Weg nach Hause, als die zwei Männer ihm auflauerten, ihn verbal bedrohten und dann zuschlugen. Wie MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, ließen sie ihr wehrloses Opfer zurück und flüchteten. Noch fehlt von den beiden jede Spur, der Geschädigte konnte während des Vorfalls jedoch einen der Täter identifizieren.

Wie es heißt, hatte das Gewalt-Opfer schon Tage zuvor erfolgreich Polizeischutz beantragt, da die beiden Aggressoren ihn verfolgten. In der Nacht auf Freitag hatten die Beamten den jungen Mannes jedoch nur bis zum Eingang der Tiefgarage begleitet, die sich unter dessen Wohnhaus erstreckt. Erst als die Polizisten außer Sichtweite waren, schlugen die Täter zu.

Bereits vor mehreren Monaten hatten zwei andere Schläger den jungen Mann bedroht und waren aggressiv geworden. Diese konnten jedoch von der Polizei gefasst werden.

Das Gewalt-Opfer dürfte sich durch seine Aussagen vor Gericht im Korruptionsfall um Bartolomé Cursach viele Feinde gemacht haben. Der junge Mann hatte angegeben, dass im "Tito's" über lange Zeit im großen Stil Drogen verkauft worden sein sollen. Die höchsten Verantwortlichen des Unternehmens hätten das illegale Treiben verwaltet. Zudem verriet er, dass das Tanzlokal Privatfeiern für Beamte der Ortspolizei von Palma ausgerichtet haben soll, auf denen die Polizisten zum Beischlaf mit Prostituierten und zum Drogenkonsum eingeladen wurden. Tänzerinnen des "Tito's" sollen dort zum Sex gezwungen worden sein. /somo

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