Unternehmer Paul Davidson über seine Pläne mit Real Mallorca

04-09-2008  
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Davidson ist guter Dinge und zu allen Späßen bereit. Das Foto zeigt ihn nach dem Interview mit der MZ in seinem Hotel in Port d´Andratx.  Sebastián Terrassa

Kauft er nun, oder kauft er nicht? Einen Tag bevor das Vorkaufsrecht für den Briten Paul Davidson auf den Fußballclub Real Mallorca am Sonntag (31.8.) auslief, stellte sich der Unternehmer den Fragen der MZ. Zuvor hatte er im Hotel Mon Port in Andratx aber auch noch Besuch von einem Immobilienmakler.

VON HOLGER WEBER Mr. Davidson, Sie suchen noch immer ein Haus?
Ja, das Angebot ist zwar groß. Aber genau das zu finden, was ich suche, ist nicht so einfach. Ich will darin ja schließlich leben.

Das heißt, es handelt sich dabei nicht nur um ein Ferienhaus?
Keinesfalls. Ich will immer hier leben. Ich werde auf Mallorca eine Fabrik bauen.

Eine Fabrik?
Ja, wir werden eine Fabrik bauen, in der Plastik recycelt wird. Wir stellen daraus Röhrensysteme her. Der Fußballclub Real Mallorca wird dabei ein Marketing-Instrument werden. Ich kann mir vorstellen, dass wir die Produkte mit dem Vereinswappen oder einer Krone versehen. Sehen Sie, das Röhrengeschäft an sich ist doch ziemlich langweilig. Aber durch den Fußball verbinden wir unsere Produkte mit Emotionen.

Wie groß wird diese Fabrik sein?
Wir werden etwa 20 Angestellte haben. Ich suche gerade gemeinsam mit Mr. Grande nach einem Grundstück von etwa 10.000 Quadratmetern. Ich setze auch auf die guten Kontakte von Grande zum Bausektor. Schließlich werden dort Röhren gebraucht.

Warum haben Sie sich ausgerechnet eine Insel ausgesucht?
Weil wir hier hervorragend produzieren können. Warum sollte ich die Firma im kalten England aufbauen, wenn ich genauso gut in den Süden gehen kann.

Sie werden den Club also wirklich kaufen?
Ja, daran gibt es keinen Zweifel.

Viele glauben, Sie machen noch einen Rückzieher, weil Sie die Frist Ihres Vorkaufsrechts verstreichen lassen haben.
Sehen Sie, einen Fußballclub kauft man nicht einfach so wie irgendetwas in einem Laden. Hier gibt es so viele wichtige Faktoren, die beachtet werden müssen. Dabei sind auch Gerichte und Banken involviert. Das braucht seine Zeit.

Davon haben Sie scheinbar nicht mehr viel. Vicenç Grande hat gegenüber der Presse mehrfach betont, dass Ihr Vorkaufsrecht nicht mehr gilt.
Abgemacht war, dass ich und mein Team innerhalb eines Monats alle Unterlagen prüfen. Es ist viel Arbeit, sich über die Spielerverträge, das Clubeigentum und alles, was dazu gehört, ein Bild zu verschaffen. Ich will ein solides Geschäft. Wenn es am Ende nicht klappt, ist das nicht meine Schuld.

Warum setzt Grande Sie unter Druck?
Das tut er nicht.

Ihr Verhältnis ist also ungetrübt?
Absolut. Er ist einer der ehrlichsten Menschen, denen ich in meinem Leben begegnet bin.

Es könnte auch sein, dass es einen weiteren Kandidaten gibt, den Grande nun ins Spiel bringen will.
Davon weiß ich nichts.

Ihr Landsmann Teddy Shepperd vielleicht, der bereits vor Ihnen den Club übernehmen wollte?
Keine Ahnung. Wenn Grande an jemand anderen verkauft, der mehr bietet, dann ist es sein gutes Recht. Daran kann ich ohnehin nichts ändern. Ich wäre ihm auch nicht böse. Denn das Geschäft ist so. An meinen Plänen, auf Mallorca die Fabrik zu bauen, um Rohrsysteme zu produzieren, würde sich deshalb nichts ändern. Schade wäre, dass ich Real Mallorca nicht mehr als Marke nutzen könnte, um meine Produkte zu vertreiben.

Würden Sie sich mit Roman Abramowitsch vergleichen, dem Russen und Besitzer des englischen Fußballclubs FC Chelsea?
Um Gottes willen, nein. Ich mische mich doch nicht in die Angelegenheiten des Clubs. Ich sehe mich als einfachen Fan. Sehen Sie, bei mir zu Hause tippen wir vor jedem Spieltag. Jeder setzt fünf Pfund ein. Und wer dem Resultat am nächsten liegt, bekommt das Geld. Das wird auch so bleiben. Ich werde die Spiele als Fan verfolgen.

Bei diesem Deal geht es allerdings nicht mehr nur um fünf Pfund. Sie setzen viele Millionen auf eine Handvoll Fußballer. Ist Ihnen das nicht zu riskant?
Nein, der Club ist gut geführt. An der Führung wird sich nichts ändern. Wir streben diese Saison einen Platz unter den ersten Fünf an. Das halte ich für realistisch.

Und was ist mit der Champions League, für die Sie sich mit Real Mallorca qualifizieren wollen?
Die peilen wir noch immer an. Aber wir sollten Schritt für Schritt gehen.

Sie setzen auch auf deutsche und britische Fans.
Ja, wir werden einen deutschen und einen britischen Fan-Club gründen. Wir brauchen mehr deutsche und britische Fans im Stadion.

In der Druckausgabe lesen Sie außerdem:
Volleyball: Am Beach gibt´s viel Sand und wenig Geld
Fußball I: Paul Davidson über seine Pläne mit dem Club
Fußball II: Real Mallorca geht mit Fehlstart in die neue Saison
Paralympics: Schwimmer Xavi Torres geht auf Rekordjagd

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