Eingeschränkte Weihnachtsbeleuchtung auf Mallorca? Einzelhändler üben Kritik
So mancher Ladeninhaber schmückt sein Geschäft nun einfach selbst

Die Weihnachtsbeleuchtung kommt vor allem auch bei Kindern gut an. / Nele Bendgens
Martí Aloy Rigo
Dieser Vorstoß kam nicht sonderlich gut an: Sowohl Geschäftsleute als auch Bürgerinnen und Bürger kritisieren die von der Balearen-Regierung geplante Einschränkung der Weihnachtsbeleuchtung auf Mallorca. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Pläne hatten am Donnerstag (20.10.) der Einzelhandels- und der Hotel- und Gaststättenverband auf der Insel Kritik daran geübt an, die Lichter werktags um 22 Uhr und an den Wochenenden um Mitternacht abzuschalten.
DIe Beleuchtung lockt üblicherweise mehr Kundinnen und Kunden in die Innenstädte, die dort in festlichem Ambiente ihre Weihnachtsbesorgungen erledigen. Gerade im derzeitigen Umfeld mit der hohen Inflation sind die Geschäftsleute in den Ortszentren auf Umsatz angewiesen. Die Urlaubersaison ist inzwischen abgeflaut, so dass dem einheimischen Konsum eine größere Bedeutung zukommt.
Geschäftsleute befürchten Rückgang der Kunden
Juan Manuel Martí, ein Angestellter des Neko Neko-Ladens in der Carrer Sant Miquel, findet, dass die Pläne zum Energiesparen nur untergeordnete positive Auswirkungen hat im Vergleich zu den negativen Folgen für die Geschäftsleute, die einen erheblichen Kundenrückgang verkraften müssten.
Auch Teile der Bevölkerung sind von den Sparplänen nicht angetan, eine Einschränkung der Weihnachtsbeleuchtung sei "überhaupt nicht hilfreich", sagen Passanten dem Reporter des "Diario de Mallorca". Viele Unternehmen befänden sich in einer kritischen Situation, die Beleuchtung sei ein großer Pluspunkt für die Attraktivität der Innenstädte.
"Heuchelei" der Politiker
Manche Kunden sprechen auch von "Heuchelei der Politiker, wenn sie Sparmaßnahmen vorschlagen und dann riesige Summen für ihre politischen Kampagnen verschwenden", kritisieren Indira Sastre und Guillermo Amengual, Stammgäste des Ladens von Juan Manuel Martí.
Manche Bürgerinnen und Bürger planen offenbar bereits, angesichts einer Einschränkung der Beleuchtung auf die Barrikaden zu gehen. Das berichtet Juan Carlos Biccai, ein Straßenkünstler im Carrer Sant Miquel. Unterdessen nehmen die Händler in den versteckten Gassen der Altstadt das Thema selbst in die Hand, so etwa in der Buchhandlung Ínsula Literària. Er, so erklärt Adrià Garcías Morell, der Inhaber des Ladens, habe sich dafür entschieden, seine eigene Weihnachtsbeleuchtung an der Fassade anzubringen. Er hat beobachtet, dass "es die Kunden anzieht, da viele von ihnen vor der Buchhandlung stehen bleiben, um Fotos zu machen, und es funktioniert ganz gut". /jk
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