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Sieben kleine Geschäfte in Palma de Mallorca, in denen wir gerne einkaufen

Die Altstadt von Palma bietet eine große Vielfalt an kleinen Läden. Eine subjektive Auswahl an sieben charmanten Geschäften –als Anregung, sie und weitere zu entdecken

Markenklamotten für wenig Geld: Tot Vintage 16. | FOTO: BENDGENS Patrick Schirmer Sastre

Tot Vintage 16

Carrer de Ramon Llull, 16A

Sieben Jahre verkaufte Maria Rullán Kleidung auf dem Flohmarkt in Marratxí, dann wagte sie im Jahr 2017 den Sprung ins eigene Geschäft. Inspiriert von den Secondhand-Läden im Londoner Stadtteil Notting Hill, wo ihr Mann Familie hat, setzt Maria Rullán vor allem auf Markenprodukte, die sie auf dem Festland einkauft. Neben Herren- und Damenkleidung gibt es Schuhe, Taschen und Accessoires sowie eine kleinere Auswahl an Spielzeug und Platten.

Edle Hermès-Tücher findet man in einer Vitrine, an der Wand hängen Basketball-Trikots. Direkt darunter gibt es eine überraschend bunte Auswahl an Cowboy-Stiefeln. Die besten Kunden seien die Urlauber, sagt Maria Rullán. Sie hätten mehr Bewusstsein für die Bedeutung der Wiederverwertung. Nur langsam kämen auch die Mallorquiner auf den Geschmack. „Vor allem junge Leute, die Burberry-Pullover tragen wollen, sich aber keinen für 200 Euro leisten können. Hier gibt es ihn für 30 Euro.“

Maricastaña

Plaça de la Mercè, 4

Zwei Mitarbeiterinnen von Maricastaña. Bendgens

Seit 2015 führen Vicky Pinar und Sergio Gamisans den Eckladen Maricastaña. Hier gibt es ausgefallene Mode, vor allem für Frauen, die sich aus dem monotonen Trott des Inditex-Angebots befreien wollen. In der Praxis bedeutet dies: teils schrille Kleidung mit großflächigen Mustern, die allesamt von spanischen Designern stammt und in kleiner Auflage hergestellt wird. Auch zahlreiche Kleidungsstücke mit mehr oder weniger provokanten Sprüchen findet man hier. An den Kleiderbügeln im verwinkelten Geschäft gibt es unter anderem Blusen, Pullover,T-Shirts, Kimonos und Socken.

Daneben ist da ein großes Angebot an Accessoires wie Schmuck sowie Taschen verschiedener Art und Größe. Hinter der Kasse rechts die Treppe hoch geht es in einen Bereich mit Dekoartikeln. Wer etwa schon immer eine Blumenvase im Frida-Kahlo-Look haben wollte, wird hier fündig. Und auch wer Bedarf nach einem Gartenzwerg hat, der den Mittelfinger ausstreckt, kann hier zuschlagen.

Panorama Bar & Bazar

Carrer del Sant Esperit, 18

Guillem Cortés und Sandra Calpe von Panorama Bar & Bazar. | F. BENDGENS

Ein Newcomer unter den Geschäften. Mitte August eröffnete das Design-Geschäft mit angeschlossener Gastwirtschaft in den Räumlichkeiten der ehemaligen Hat Bar. Im Laden gibt es eine bunte Auswahl an Produkten von DIY-Künstlern und Designern: bedruckte T-Shirts, Bücher, Keramik, Einstecktücher, Drucke oder Notizblöcke. „Das Sortiment hat eine Thematik, ich kann sie aber nur schwer definieren“, erklärt Betreiberin Sandra Calpe.

Teilweise sind die Produkte punkig, andere kann man problemlos der Schwiegermutter als Gastgeschenk mitbringen. Die Hersteller stammen teilweise von der Insel, es gibt aber auch Sachen von internationalen Designern. Calpe bemüht sich um ein ständig wechselndes Angebot. Ein kleiner Ausstellungsraum im ersten Stock ergänzt Geschäft und Bar. Hier sollen auch kleinere Events stattfinden.

Mais Vinilo

Passatge Particular Antoni Torrandell, 2

Treffpunkt für Vinyl-Fans: Mais Vinilo. | FOTO: SCHIRMER Patrick Schirmer Sastre

Am 1. Dezember ist es zwölf Jahre her, dass die Galicier Javi Loureiro und Gus Ferradas mitten in der Wirtschaftskrise auf die Idee kamen, in einer etwas heruntergekommenen Seitenstraße des Carrer Oms einen Plattenladen zu eröffnen. Das Geschäft bietet eine Vielfalt an Stilen, hat sich aber vor allem auf verschiedene Spielrichtungen des Rock sowie auf Soul, Latin und Jazz spezialisiert. Auch eine kleine Auswahl an Hip-Hop-Platten findet sich hier.

Es gibt eigene Sparten für spanische sowie mallorquinische Künstler, sowie ein breites Angebot an Secondhand-Platten. Mais Vinilo bietet fast ausschließlich Vinyl an, ein paar Kassetten und CDs gibt es aber auch. Raritäten sind gut sichtbar an den Wänden des Geschäfts ausgestellt.

Come In

Carrer de Sant Miquel, 58

Gute Auswahl an englischen Büchern: Come In | FOTO: SCHIRMER Patrick Schirmer Sastre

Come In bietet seit mittlerweile neun Jahren internationale Literatur, vor allem auf Englisch. Klassiker der Weltliteratur gibt es hier ebenso wie Biografien, Kochbücher oder auch ein vollgepacktes Regal mit Kinderbüchern. Eine kleine Auswahl an deutschen Büchern gibt es auch. Sie werde in nächster Zeit noch ausgebaut, da man endlich einen Vertrieb gefunden habe, heißt es von der Geschäftsleitung.

Die Kunden sind hauptsächlich Einheimische und Residenten. Wer einen bestimmten Titel will, kann ihn bestellen. Die Lieferzeit beträgt aber mindestens fünf Tage. Da ist Mallorca immer noch eine Insel. Ein eigener mit dem Schild „Trending on TikTok“ versehener Tisch bietet das an, was gerade bei den jungen Leuten beliebt ist.

Món S.XX

Costa de la Pols, 7b

Ein buntes Sammelsurium aus dem 20. Jahrhundert: Mon S.XX Patrick Schirmer Sastre

Ins „20. Jahrhundert“ geht es eine schmale Rampe hinunter. Unten angelangt, tauchen die Kunden in mehreren kleinen Zimmern in ein buntes Sammelsurium aus Möbeln, Deko-Artikeln, Kunstgegenständen und Pflanzen ein. Und natürlich Kuriositäten. Alte Kilometersteine von einer Landstraße gefällig? Gibt es hier. Lautsprecherbox im Roboter-Look? Auch das.

Betreiber Ramon Forrteza betreibt das Geschäft seit über 30 Jahren. Das Angebot stammt hauptsächlich von der Insel. Da der Laden so zentral liegt, kommen viele Leute herein, um sich einfach mal umzuschauen. Die Kunden seien hauptsächlich ausländische Residenten, die ihr Heim mit etwas originelleren Gegenständen aufhübschen wollen als jene, die man in manchen glitzernden Pop-Art-Galerien der Stadt findet.

Petit Bumbü

Carrer de la Missió, 14

Concept Store für Babys und Kleinkinder: Petit Bumbü. | FOTO: CRISTINA MAS Patrick Schirmer Sastre

Es ist rund drei Jahre her, dass die Schwestern Carmen und Cristina Mas den auf Babys und Kleinkinder spezialisierten Laden eröffnet haben. Aus der spontanen Idee ist ein Concept Store geworden. Die Produkte, die hier verkauft werden, sind entweder recycelt, aus Holz oder zumindest eco-friendly. Schrille Farben wird man hier nicht finden.

Alles ist etwas matter, das Spielzeug soll die Kreativität befördern und enthält deshalb keine Batterien. Plastik ist ebenfalls tabu. Baby-Geschirr findet man hier ebenso wie Strampler, Kuscheltiere, Rucksäcke und Schuhe. Die Produkte kommen hauptsächlich aus Nord- und Mitteleuropa, auch ein paar spanische Marken sind dabei. Der Laden findet bei ausländischen Eltern auf der Insel viel Anklang.

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