Angesichts der hohen Temperaturen und der teilweise sehr vollen Strände sind auf Mallorca am Wochenende (11./12.9) ein paar überhitzte Gemüter kurzerhand in den Gebirgsstausee Gorg Blau gesprungen. Wie Fotos in der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" belegen, waren sogar Leute mit Luftmatratzen auf dem See unterwegs.

Die beiden im Schutzgebiet liegenden Stauseen Gorg Blau und Cúber sammeln das Wasser, das für die Trinkwasserversorgung von Palma de Mallorca nötig ist.

Stellt sich die Frage: Darf man das? Eine Anfrage bei den Wasserwerken Emaya wurde eindeutig beantwortet: "Nooo, està prohibido!!" (Neeein, das ist verboten!!), bescheinigte eine Sprecherin auf MZ-Anfrage.

Untersagt ist "jede Tätigkeit und Nutzung, die zu einer Veränderung der Wassersysteme führen kann." Auch sonst gibt es in dem Naturschutzgebiet klare Regeln. Verboten ist ebenso das Zelten "außerhalb der ausdrücklich genehmigten Orte" oder der Abbau oder das Sammeln von geologischem Material, also von Steinen.

Wer den Anblick der für gewöhnlich sehr einsamen Seen genießen möchte, sollte im Herbst eine Wanderung planen. Hier hätten wir einen Routenvorschlag.

Die Stauseen wurden Anfang der 1970er Jahre angelegt. Sie sind über ein Rohrsystem miteinander verbunden. Forscher haben auf dem Grund des Gorg Blau Reste einer Siedlung gefunden, die aus der Zeit des arabischen Mittelalters auf Mallorca stammt. /tg

Almallutx: Versunkene Welt im Gorg Blau MZ