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Mallorca Zeitung

Streiks bei Ryanair und Easyjet am Flughafen Mallorca: Was wir aktuell wissen und was nicht

Die wichtigsten Fragen für Urlauber, die Ende Juni oder im Juli auf die Insel kommen wollen (Stand: 30.6.)

Es könnte im Sommer wegen der Streiks auf Mallorca zu Flugausfällen kommen. DM

Seit Freitag (24.6.) gibt es am Flughafen Mallorca immer wieder Streiks. Die spanischen Mitarbeiter der irischen Fluglinie Ryanair wollen an sechs Tagen die Arbeit niederlegen. Im Juli kommen die Mitarbeiter von Easyjet dazugekommen. Für Urlauber könnte dies zu Unsicherheit bis zur letzten Minute sorgen, ob der Flug stattfindet oder nicht. Das Kabinenpersonal von Lauda hat seinen Streik inzwischen abgesagt.

Eine Übersicht über das, was aktuell bekannt ist:

An welchen Tagen wird gestreikt?

Die Gewerkschaft USO hat die Kabinenmitarbeiter von Ryanair an sechs Tagen zum Streik aufgerufen. 24., 25., 26. und 30. Juni sowie am 1. und 2. Juli sollen sie die Arbeit niederlegen. Bei Easyjet wollen die Mitarbeiter am 1., 2., 3., 15., 16., 17., 29., 30. und 31. Juli streiken. Der abgesagte Ausstand bei Lauda war für den 2., 3., 9., 10., 16., 17., 23., 24., 30. und 31. Juli ausgerufen worden.

Besonders brenzlig sind also vor allem folgende Tage:

  • 1. Juli - Ryanair und Easyjet
  • 2. Juli - Ryanair und Easyjet

Die Streiks gehen jeweils über 24 Stunden.

Wo wird gestreikt?

Bei Ryanair sind zehn Flughäfen in Spanien betroffen, darunter Mallorca und Ibiza. Bei Easyjet sind es drei Flughäfen: Mallorca, Barcelona und Málaga.

Fallen an den Tagen alle Flüge aus?

Nein, das spanische Recht sieht vor, dass die Fluglinien einen Mindestbetrieb aufrecht erhalten müssen. Das spanische Verkehrsministerium entschied im Fall von Ryanair beispielsweise im Sinne des Unternehmens. So müssen in Palma 73 Prozent der Inlandsflüge und 56 Prozent der internationalen Flüge durchgeführt werden. Bei Lauda war sogar ein Mindestbetrieb von 85 Prozent verlangt worden, weswegen die Gewerkschaft keinen Sinn im Streik sah und ihn absagte.

Eine Sprecherin der Gewerkschaft USO nannte diese Entscheidung am Donnerstag gegenüber der MZ einen "Skandal". "Man nimmt den Arbeitnehmern in Spanien effektiv das Recht zu streiken." Man gehe aber nicht davon aus, dass der Beschluss des Ministeriums vor Beginn des Ausstands rückgängig gemacht werden könne.

Fallen auch Flüge nach Deutschland, Österreich oder der Schweiz aus?

Bei Ryanair wurde am Donnerstagnachmittag (23.6.) bekannt, dass am 24. und 25. Juni jeweils ein Flug von Brüssel nach Palma und zurück gestrichen wurde. Über weitere gecancelte Flüge auf die Insel gab es zunächst noch keine Auskunft. Alle abgehenden Flüge aus Spanien fanden am ersten Streiktag letztlich statt. Am Samstag (25.6.) sind zudem Flüge nach Menorca und Ibiza von Brüssel aus betroffen.

Bei Easyjet sind am 30.6. Flüge nach Berlin, Köln und Milan ausgefallen.

Die Sprecherin von USO erinnerte gegenüber der MZ aber daran, dass nur die Flüge betroffen sein können, die mit spanischen Kabinencrews besetzt sind. "Es gibt zahlreiche Verbindungen, die mit Teams aus anderen Ländern besetzt sind. Diese sind nicht vom Ausstand betroffen."

Kann der Streik noch abgewendet werden?

Die Gewerkschaft USO, die bei allen drei Fluglinien zum Streik aufgerufen hatte, zeigt sich offen. "Wir werden bis zum 30. Juni verhandeln", erklärte ein Sprecher, der für die Verhandlungen mit Easyjet zuständig ist. Auch die für Ryanair zuständige Sprecherin sagte, man sei bei einem Einlenken des Unternehmens bereit, Streiktage auch kurzfristig abzusagen.

Wahrscheinlich ist dies allerdings nicht. Die Tarifverhandlungen sind bei allen drei Fluglinien festgefahren. Während die Gewerkschaft bei Easyjet eine Nachjustierung des Tarifvertrags verhandelt, geht es bei Ryanair darum, dass überhaupt ein solcher Vertrag entsteht. "Wir arbeiten seit fünf Jahren ohne Tarifvertrag", erklärte die USO-Sprecherin für Ryanair. Auch die Lauda-Mitarbeiter arbeiten ohne Tarifvertrag.

Bei Easyjet geht es vor allem um eine Gleichbehandlung innerhalb Europas. "In Spanien bekommen die Kabinenmitarbeiter ein Grundgehalt von 950 Euro", sagte der Sprecher gegenüber der MZ. "Zum Vergleich: In Deutschland sind es für die selbe Arbeit 1.983 Euro."

Easyjet selbst erklärte sich am Mittwoch ebenfalls zu Verhandlungen bereit. "Wir sind sehr enttäuscht über diese Entscheidung zu einem für die Branche so kritischen Zeitpunkt, zumal wir bereits erhebliche Fortschritte auf dem Weg zu einem neuen Tarifvertrag gemacht haben", hieß es vom Unternehmen. "Wir hoffen, dass sie stattdessen zu den Verhandlungen zurückkehren, da wir den konstruktiven Dialog mit ihnen fortsetzen möchten." Man werde zudem versuchen, die Auswirkungen auf die Passagiere so gering wie möglich zu halten.

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