21. Februar 2016
21.02.2016

Ferienvermietung lässt Mieten auf Mallorca steigen - bis zu 30 Prozent in Palma

Hoteliers hatten vor der Entwicklung gewarnt und sehen sich bestätigt mit der Kritik an der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt Mallorcas.

23.02.2016 | 02:17
Rollkoffer in Palmas Innenstadt werden ein immer vertrauteres Bild.

Der Boom der Ferienvermietung von Wohnungen lässt die Mieten in beliebten Stadtvierteln auf Mallorca rasant steigen. Davor hatten die mallorquinischen Hoteliers gewarnt. Und die Entwicklung scheint sich jetzt zu bestätigen. Noch nie war es so teuer, in Palma eine Wohnung zu mieten. Und noch nie stieg der Mietpreis so schnell wie im vergangenen Jahr.

Laut dem Immobilienportal Fotocasa werden die höchsten Mieten in Palmas Altstadt und im In-Viertel Santa Catalina gezahlt. Knapp 10 Euro kostet hier der Quadratmeter. In der Altstadt schoss der durchschnittliche Quadratmeterpreis innerhalb eines Jahres um fast ein Drittel (29,3 Prozent) nach oben, von 7,63 Euro auf derzeit 9,87 Euro. Der Aufwärtstrend gilt – mehr oder weniger stark akzentuiert – für das gesamte Stadtgebiet. Im Schnitt stiegen die Preise in ganz Palma um 17 Prozent. Etwa 7 Euro kostet der Quadratmeter in Vierteln wie Destrito Nord oder Llevant. An der Playa de Palma und in Sometimes kletterten die Mieten auf rund 9 Euro. In der Gemeinde Calvià liegen die Durchschnittspreise bei 9,35 Euro pro Quadratmeter.

Als Grund für diese rasante Preisentwicklung sehen viele den Boom der Ferienvermietung durch Online-Portale wie Airbnb und andere, die bislang häufig in einer rechtlichen Grauzone agieren. Vertreter der Branche gehen davon aus, dass auf den Balearen aktuell 190.000 Wohnungen zur Vermietung an Urlauber angeboten werden. Nur rund 30 Prozent davon sind offiziell registriert. Der Rest der Wohnungen – rund 125.000 – ist nicht gemeldet. Die daraus resultierenden Einnahmen werden daher meist auch nicht versteuert. Die gesetzlichen Grundlagen für die Vermietung sind unklar, ein Projekt zur Legalisierung und Regulierung der Ferienvermietung, das die balearische Linksregierung plant, ist bislang noch nicht auf den Weg gebracht. 

Den Hoteliers auf der Insel ist die Vermietung von Ferienwohungen ein Dorn im Auge. Offiziell wettern sie weniger gegen die Konkurrenz, die ihnen durch solche Angebote entsteht, vielmehr warnen sie vor zwei schädlichen Entwicklungen: Zum einen könnte die unkontrolliert steigende Zahl von Urlaubsgästen in der Hauptsaison zu einem Kollaps der Insel führen. Zum anderen warnt der Hoteliersverband FEHM davor, dass die steigenden Immobilienpreise dazu führen, dass immer mehr bisherige Anwohner das Stadtzentrum von Palma verlassen, während die Wohnungen an Touristen vermietet werden.  /tg

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