17. August 2020
17.08.2020
Mallorca Zeitung

Mallorca-Hoteliers befürchten Knockout für die Saison

Erste Hotelketten werden noch im August schließen. Kleinere Hotels haben größere Hoffnungen

17.08.2020 | 13:50
Einzelne Gäste brachen ihre Reise frühzeitig ab, andere warten auf den geplanten Rückflug.

Viele Hoteliers auf Mallorca hatten diesen Schritt bereits befürchtet. Nun ist mit Berlins Warnung vor Spanienreisen der Ernstfall eingetreten. Viele Hotels auf der Insel werden noch im August, spätestens aber im September wieder schließen müssen. Die Bettenbelegung im Juli war mit etwa 35 Prozent – Einschätzung des Unternehmerverbands Caeb – historisch schlecht. Der August falle nach diesem „Knockout für die balearische Wirtschaft" wahrscheinlich noch mieser aus, so Caeb-Vorsitzende Carmen Planas gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca".

Direkt nach Bekanntwerden der Reisewarnung begannen die großen deutschen Reiseveranstalter wie Tui oder DER-Touristik damit, die bevorstehenden Pauschalreisen abzusagen. Dies geschehe zunächst wochenweise, um die weitere Entwicklung abzuwarten. Den zum Zeitpunkt der Warnung rund 30.000 deutschen Pauschalurlaubern auf der Insel stellte man frei, den Aufenthalt früher abzubrechen oder das ursprüngliche Abreisedatum beizubehalten. Der Bundesgesundheitsministers Jens Spahn empfahl sogar, den Urlaub fortzusetzen. Eine Warnung sei ja kein Verbot: „Deswegen kann man natürlich den Urlaub fortsetzen, soll ihn auch fortsetzen, aber eben wachsam sein, Abstand halten, Hygiene-Regeln, Alltagsmasken in bestimmten Situationen." Tui-Chef Marek Andryszak bestätigte dann auch der „Bild am Sonntag": „Viele Gäste melden sich bei uns und möchten bleiben."

Der Reiseveranstalter Alltours unterdessen informierte: „Bei Reisen nach Mallorca haben die Kunden die Wahl, ob sie die Reise antreten." Neubuchungen für Mallorca seien ebenfalls weiterhin möglich. „Die unternehmenseigenen allsun Hotels bleiben geöffnet", hieß es in einer Presseerklärung. Die Flugverkehr zur Insel sei vorerst gesicherte, es gebe ausreichend Flugkapazitäten.

Der balearische Tourismusminister Negueruela übte sich in Zweckoptimismus. Man habe es mit einer Ausnahme-Saison zu tun, in der geöffnet und geschlossen werde in Abhängigkeit vom Verhalten der wichtigsten Quellmärkte, erklärte er am Samstag (15.8.). Es gehe nun darum, dass die Corona-Zahlen auf den Balearen schnell wieder besser würden, um mit den wichtigsten Quellmärkten wie Deutschland oder Großbritannien unabhängig vom Ansteckungsgeschehen auf dem spanischen Festland wieder sichere Flugkorridore zu den Balearen einrichten zu können.

Die meisten Hoteliers auf der Insel sehen die Lage pessimistischer. Die Häuser der großen Hotelketten werden die Türen schließen, sobald die aktuellen Gäste die Insel verlassen. Somit würden die ersten Hotels bereits am Sonntag (23.8.) schließen und vermutlich in diesem Jahr nicht mehr öffnen, so Gabriel Llobera als Vorsitzener des Verbands der Hotelketten auf den Balearen, am Montag (17.8.) gegenüber der mallorquinischen Lokalpresse.

Auch die Präsidentin des Verbands der Hoteliers an der Playa de Palma (AHPP), Isabel Vidal sieht die Lage kritisch. Die Reisewarnung aus Berlin bezeichnete sie gegenüber dem "Diario de Mallorca" als „sehr harten Schlag" für die Hotels, die sich nun in einer „sehr schlechten und delikaten" Situation befänden. „Es ist an der Zeit, sich hizusetzen und die richtigen Entscheidungen zu treffen", erklärte sie in Bezug auf die bereits vorher bestehende Forderung, das Hotelangebot der Playa de Palma grundsätzlich zu erneuern.

Mallorcas Hoteliervereinigung (Fehm) bedauerte die Entscheidung aus Berlin, die „sofortige Auswirkungen" habe, so die Vorsitzende María Frontera. „Nach all den Anstrengungen, die wir Hoteliers und Reiseveranstalter unternommen haben, um ein Minimum an touristischer Aktivität in dieser Saison aufrecht erhalten zu können, ist es eine sehr schlechte Nachricht für uns", fügte sie hinzu. „Neue Ankünfte von Deutschen werden gleich null sein", prophezeite die Fehm-Vorsitzende.

Juan Manuel Ordinas, Vorsitzender der Vereinigung kleiner Hotels (Petit Hotels) im Unternehmerverband Pimem, reagierte gelassener: „Wir wussten, dass das passieren wird", erklärte Ordinas. Da es sich nur um eine Empfehlung und kein Verbot handele, werde man „erstmal abwarten", wie es sich auf die kleinen Hotels auswirke. /tg

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