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Tödliche Expedition zur Titanic: Der teuerste Suizid der Welt
Die Titan-zur-Titanic-Expedition hätte auch scheitern können, was die sichere Rückkehr der fünf Abenteurer bedeutet hätte.

Dieses undatierte von OceanGate Expeditions herausgegebene Foto zeigt das Tauchboot «Titan», das von seiner Plattform aus startet. Das Gefährt wird seit Sonntagvormittag (18.06.2023, Ortszeit) vermisst. Etwa eine Stunde und 45 Minuten nach Beginn des Tauchgangs, der rund sieben Stunden dauern sollte, riss der Kontakt zum Begleitboot «Polar Prince» ab. / Foto: Oceangate Expeditions/PA Media/dpa
Suizid endet nicht immer gut. Die Titan-zur-Titanic-Expedition hätte auch scheitern können, was die sichere Rückkehr der fünf Abenteurer bedeutet hätte. Die mit der Rettung beauftragten US-Behörden weisen darauf hin, dass diejenigen, die nach der Implosion ihres Tauchbootes starben, „viel Geld für ein extremes Risiko bezahlt haben“. So ist der teuerste Suizid der Welt zustande gekommen, der beweist, dass es im Tod Klassen gibt. Wer käme schon auf die Idee zu prahlen, dass „mein Großvater in den 1980er-Jahren beim Untergang der Fähre Doña Paz auf den Philippinen ums Leben kam“?
250.000 Euro für eine hohe Sterbewahrscheinlichkeit zu bezahlen, ist ein neuer Rekord für einen Suizid in Gesellschaft. Die Inflation wird den Preis für Weltraumexpeditionen in die Höhe treiben, die aus poetischer Sicht verführerischer sind als abgrundtiefe Erkundungen im Bereich des Extremtourismus. Nach der Bescheinigung der Verantwortungslosigkeit des Unternehmens aus der Sicht der Lebenden lohnt es sich, an Gore Vidals Nachruf auf Truman Capote zu erinnern: „Sein Tod ist ein cleverer Karriereschritt.“ Keiner der fünf Toten in der Titan hätte ein Foto auf der Titelseite gehabt, wären sie nicht eines Todes gestorben, der angesichts der Größe des Abenteuers vorhersehbar war.
Von Boris Johnson zu Martyrern erklärt
Mit der Beständigkeit des Internets ist der Tod keine unüberwindbare Grenze, außer natürlich für die Betroffenen. Die fünf aus der Titan übertreffen nun an Klicks und damit an Größe fast alle lebenden Menschen. Die Untergetauchten wurden gar von Boris Johnson zu Märtyrern befördert: „Diese tapferen Männer starben für ein Ziel: die Grenzen des Wissens erweitern.“ Na gut, aber vielleicht wären sie lieber noch am Leben, zumal wir nicht wissen, ob sie sich den Worten von Kapitän Robert Scott kurz vor seinem Tod in der Antarktis angeschlossen hätten. „Wir kannten die Risiken, die wir eingingen. Deshalb haben wir keinen Grund zur Klage.“
Hier finden Sie Hilfe bei Selbstmordgedanken
Seit über 30 Jahren gibt es auf den Balearen das Telefon der Hoffnung, das „Teléfono de la esperanza". Auf dem spanischen Festland wurde es vor 46 Jahren eingeführt. Mehrere ehrenamtliche Mitarbeiter, die zuvor psychologisch geschult werden, sitzen in einem Büro nahe des Parc de ses Estacions in Palma de Mallorca, hören zu oder spenden Trost.
Wer Hilfe oder jemanden zum Zuhören braucht, kann sich jederzeit unter der Nummer 971-46 11 12 an das „Teléfono de la esperanza" wenden. Wer kein Spanisch spricht, kann die Telefonseelsorge in Deutschland kontaktieren. (0800/111 0 111 und 0800/111 0 222). Telefonisch funktioniert das von Mallorca aus nicht. Unter www.telefonseelsorge.de gibt es aber eine Online-Beratung.
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