Meinung | ANSICHTEN VOM BALKON
Aliens sind für Demokratien das, was Sport für Diktaturen ist
MZ-Kolumnist Juan José Millás grübelt über die Bedeutung der möglichen Präsenz von Außerirdischen in unserer Gesellschaft

Viele Menschen spekulieren bereits über die Existenz außerirdischen Lebens auf der Erde. / Bryan Smith
Außerirdische kommen und gehen wie das Loch-Ness-Monster. Wir wissen nicht, wovon ihr Erscheinen und Verschwinden abhängt. Vielleicht von der Stimmung im Westen, vom Bruttoinlandsprodukt der USA, den Mietpreisen in Europa. Wenn etwas in die Nachrichten kommt, dann deshalb, weil es bereits in den Köpfen der Menschen angelangt ist. Nachdem sie über Außerirdische gesprochen hatten, zeigten sie uns in einer dieser Sendungen vor ein paar Tagen den Altkönig, der überaus stimmig auf einem Boot namens „Bribón“ segelte („Halunke“, Anm. d. Red.). Wir haben uns an diese Ironie gewöhnt und finden sie nicht mehr lustig, und wir denken auch nicht mehr darüber nach, welch tiefe Bedeutung die Tatsache hat, dass Juan Carlos sich nicht schämt.
Aliens lenken von den wirklichen Problemen ab
Die Medien, so sagten wir, normalisieren die Außerirdischen. Es ist, als würde die Boulevardpresse beginnen, die Titelseiten der seriösen Wirtschaftspresse (falls es so etwas gibt) zu bestreiten. Außerirdische sind für Demokratien das, was Sport für Diktaturen ist: Sie lenken von den Problemen ab, die uns bedrücken. Der Anstieg der Hypotheken ist eine Lappalie im Vergleich zur „bewiesenen“ Existenz nicht-menschlicher biologischer Überreste.
Bereits unter uns
Die Tatsache, dass die Dokumente als geheim eingestuft sind, lässt alle Spekulationen zu. Die Beunruhigendste (aber auch Unterhaltsamste) ist, dass die Außerirdischen bereits unter uns sind, weil sie die Körper unserer Verwandten oder Unterstaatssekretäre besetzt haben. Es gab mal einen Film über dieses Thema. Er spielte in einer Stadt in den USA, in der niemand der war, der er zu sein schien, obwohl er sich so gut verstellte, dass es unmöglich war, den von Außerirdischen besetzten Apotheker von dem echten zu unterscheiden. Da blickt man auf das Schaulaufen unserer öffentlichen Persönlichkeiten auf dem Fernsehbildschirm und fragt sich angesichts der Art und Weise, wie sie mit uns sprechen, ob ihr Geist nicht bereits von Wesen aus anderen Welten kolonisiert wurde.
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