Betreiber eines Cannabis-Clubs auf Mallorca vom Drogenhandel freigesprochen
Der Brite und der Italiener hatten zum Eigenkonsum lediglich eine ehemalige Bar zur Verfügung gestellt

Diese Drogen stellte die Nationalpolizei in Santa Ponça sicher. / Nationalpolizei
Xavier Peris
Ein Gericht in Palma hat einen Briten und einen Italiener vom Vorwurf des Drogenhandels freigesprochen. Die beiden Männer hatten in einer ehemaligen Bar in Santa Ponça einen sogenannten Cannabis-Club betrieben, sprich Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, damit Menschen, die einen monatlichen Beitrag zahlten, dort weiche Drogen zu sich nehmen konnten. Die Betreiber waren im Dezember 2017 von der Nationalpolizei festgenommen worden. Die Beamten hatten die Bar gestürmt und 2,5 Kilogramm Marihuana sowie ein Kilogramm Haschisch sichergestellt. Der Staatsanwalt forderte daraufhin für beide eine Strafe von jeweils drei Jahren Haft wegen Drogenhandels.
Die Richter in Palma kamen nun zu dem Schluss, dass das Angebot des Briten und des Italieners legal war, weil er den Mitgliedern des Clubs vorbehalten war. Es gebe keine Beweise dafür, dass die beiden Beschuldigten Drogen an Dritte außerhalb des Clubs verkauft hätten. Sie hatten in einer ehemaligen Bar einen Cannabis-Club zum Eigenkonsum eröffnet - was in Spanien nicht verboten ist. Drogenhandel konnte nicht nachgewiesen werden.
Die beiden Beschuldigten erklärten vor Gericht, sie hätten im Jahr 2016 die Vereinigung Free Weed Mallorca (Freies Gras Mallorca) gegründet. Die Mitglieder mussten monatlich 58 Euro zahlen und erwarben dadurch das Recht, pro Tag zwei Gramm Drogen zu kaufen und in den Räumlichkeiten des Clubs zu konsumieren. Sie durften die Drogen nicht aus der Bar schaffen und auch nicht an Dritte verkaufen. Die beiden Betreiber erklärten, sie hätten keinerlei Gewinn durch den Drogenverkauf gemacht und die Miete der ehemaligen Bar mit Speisen und Getränken finanziert, die sie anboten. /jk
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