Prozess um Megapark-Besitzer Cursach wird auf Mallorca wieder aufgenommen

Bis April 2023 soll ein Urteil gesprochen werden

Bartolomé Cursach und seine Frau auf dem Weg zum Gerichtsgebäude.  | FOTO: B. RAMON

Bartolomé Cursach und seine Frau auf dem Weg zum Gerichtsgebäude. | FOTO: B. RAMON / marcos ollés

MZ

Nächste Runde im Fall Bartolomé Cursach: Der Prozess gegen den Disco-König Mallorcas, dem unter anderen der Partytempel Megapark gehört, wird nach der Sommerpause wieder aufgenommen. Ab Montag (10.10.) will sich das Gericht Zeugenaussagen von 230 Personen anhören. Dafür sind bis zum 22. Dezember 40 Sitzungen angesetzt.

Das Gericht plant mit einer Prozessdauer bis April 2023. Bis dahin soll das Urteil gesprochen werden. Da die Anzahl an Zeugen von 355 auf nun 230 herabgesetzt wurde, könnte es auch schneller gehen. Neben dem Megapark-Besitzer sind 16 weitere Personen angeklagt, darunter Ortspolizisten von Palma de Mallorca.

So lief der Prozess bislang

Im Prozess geht es darum, ob die Unternehmensgruppe Cursach jahrelang Polizisten und Beamte mit Geld, Prostituierten und Drogen bestochen hat, um Vorteile für die eigenen Lokale und Nachteile für die Konkurrenz rauszuschlagen. Das Verfahren hatte am 13. Juni mit dem Freispruch von sechs Angeklagten begonnen, nachdem die Staatsanwaltschaft die Liste der Vorwürfe und die Höhe der Strafforderungen überraschend drastisch gesenkt hatte.

Die Verteidigung hatte daraufhin versucht, das ganze Verfahren für nichtig erklären zu lassen. Dieser Vorstoß wurde abgelehnt. Cursach und seine rechte Hand Tolo Sbert lehnten eine Aussage ab, alle anderen Zeugen beantworteten Fragen. Alle von ihnen bestritten die gegen sie vorgebrachten Vorwürfe. Für eine Überraschung sorgten immerhin zwei Polizisten, die erklärten, einige Jahre neben ihrer Beamtentätigkeit auch in den Sommermonaten als Türsteher im Megapark gearbeitet zu haben. Dies habe jedoch nicht dazu geführt, dass sie bei der Polizeiarbeit für Cursach Aufträge durchgeführt hätten.

Dem Megapark-Besitzer droht eine anderthalbjährige Gefängnisstrafe, die bereits durch die U-Haft weitgehend abgegolten ist. /rp