Der Lockdown während der Corona-Pandemie eignete sich auch zur Ideenschmiede. Man saß zu Hause rum und hatte Zeit, sich über dies und jenes Gedanken zu machen. So erging es auch Jan Eric Schwarzer. Der Deutsche hat sich auf Mallorca als Betreiber der Radpension Ma-13 in Sineu einen Namen gemacht. Nun bietet der ehemalige Radrennprofi aus Bielefeld gemeinsam mit dem Eventveranstalter Kumulus einen Ausflug auf den sonst abgesperrten Puig Major an. Die Plätze für „Kill the Hill“ sind auf 300 Stück begrenzt. Der Verkauf beginnt am Donnerstag (15.12.) um 12 Uhr.

Keine Chance in Sa Calobra

„Eigentlich hatte ich Sa Calobra ins Auge gefasst“, berichtet Schwarzer der MZ. „Für Radfahrer ist das ein epischer Ort, doch die meisten Leute können die Kulisse nicht richtig genießen.“ Ständig drängelt ein Auto von hinten oder ein Bus versperrt die Fahrbahn, es ist gefährlich dort. Also träumte der Deutsche davon, die Serpentinen für seinen Radausflug schließen zu lassen. Das ist aber gar nicht so einfach. „Von Ostern bis November kaufen sich die Reiseunternehmer Slots, zu denen sie mit den Bussen fahren dürfen.“ Dieser Zeitraum schied dadurch aus. Der Winter wäre ein zu großes Risiko gewesen. „Regnet es, bleibe ich auf den hohen Kosten sitzen.“

Radfahrer kommen dort sonst nicht hin

Während Schwarzer und Kumulus-Chef David Thompson überlegten, wie sich das Problem lösen ließe, ergab sich eine Alternative. Ein Bekannter von Thompson kam mit dem General ins Gespräch, der für die militärische Sperrzone am Puig Major verantwortlich ist. „Er erzählte, dass die Regeln nicht mehr so streng wie früher sind und die Chancen nicht schlecht stehen, die Straße für ein Event zu öffnen“, sagt Schwarzer, der nicht lange grübeln musste. „Neben einer Ecke auf der Halbinsel La Victòria, die ebenfalls Sperrgebiet ist, ist der Puig Major der einzige Ort, den ich mit dem Rad noch nicht erkundet habe.“

Den Traum, Mallorcas mit 1.446 Metern höchsten Berg zu erklimmen, dürften viele weitere Radfahrer teilen. Wobei es gar nicht klar ist, ob Schwarzer als Veranstalter mitradelt. „Ich werde mit der Organisation zu viel zu tun haben. Ich lasse es mir aber nicht entgehen, zumindest die Spitze zu betreten.“

Hier führt die Strecke lang

Die Spazierfahrt – Schwarzer betont, dass es sich nicht um ein Radrennen handelt – ist für den 6. Mai angesetzt. Los geht es auf dem Militärflugplatz in Port de Pollença. Die 300 Teilnehmer werden in drei Gruppen eingeteilt. „Wir werden von der Polizei eskortiert, und ein Motorrad fährt vorneweg, um zu schnelle Radfahrer zu bremsen.“ Beim Kloster Lluc wird eine Pause eingelegt. Ab dem Tor, das den Anstieg zum Puig Major einleitet, dürfen die Radler nach eigenem Gusto in die Pedale treten. Dort startet auch eine Zeitmessung, die auf dem Gipfel endet. Nach von Port de Pollença aus gerechnet insgesamt 50 Kilometern ist die Spitze erreicht. Dort folgt die zweite Pause. „Im Anschluss steht es den Teilnehmern frei, ob sie mit uns zurückkehren oder auf eigene Faust fahren“, sagt Schwarzer.

André Greipel ist dabei

Am Abend steht in Alcúdia noch ein Abendessen mit Party an, zu der auch eine Begleitperson zugelassen ist. Das Event ist auch eine Chance, mit ehemaligen Profis in Kontakt zu kommen. André Greipel hat bereits zugesagt. Die Anmeldung für 200 Euro gibt es im Internet unter killthehill.cc. Die Tickets dürften schnell vergriffen sein.