Santa Ponsa und Paguera? Gemeinde Calvià schreibt Namen von Deutschen-Hochburgen auf Mallorca plötzlich absichtlich falsch
Hinter der Maßnahme stecken wohl die Bemühungen, das Katalanische aus der Gemeinde-Kommunikation zu drängen

Das X-Profil der Gemeinde Calvià auf Mallorca – mit falscher und richtiger Schreibweise / X
Die von den Konservativen und den Rechtsextremen regierte Gemeinde Calvià hat in den vergangenen Wochen auf Social Media immer wieder einige Ortsnamen falsch geschrieben. Aus Santa Ponça wurde Santa Ponsa, aus Peguera machte man Paguera. Auch den Gemeindenamen Calvià hat man schon als Calviá zu lesen bekommen.
Hintergrund: Bei den alternativen Sprachweisen handelt es sich um die spanischen Varianten der katalanischen Ortsnamen. Laut dem balearischen Gesetz für sprachliche Normalisierung gelten offiziell nur die katalanischsprachigen Varianten, deren korrekte Schreibweise von der Balearen-Universität festgelegt wird. Alle Behörden sind verpflichtet, sich daran zu halten.
Das sagt die Gemeinde
Von der Gemeinde hieß es, man verwende standardmäßig die katalanische Variante. Allerdings gab ein Sprecher der Gemeinde zu, dass man bei manchen spanischsprachigen Texten auch den Ortsnamen übersetze.

Tweet der Gemeinde Calvià / X
Was auf den ersten Blick als Lapsus erscheinen mag, dürfte Teil der seit Beginn der Legislaturperiode schrittweise vorangetriebenen Verdrängung der katalanischen Sprache aus der Gemeindekommunikation sein. Entgegen dem Usus auf der Insel hatte die Gemeinde Calvià erst vor wenigen Wochen beschlossen, dass Katalanisch nicht mehr die Hauptsprache in der Kommunikation ist.
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Von der Gemeinde hieß es, dies solle aber nicht zu einer Marginalisierung der Inselsprache führen, sondern vielmehr zu einer "freien und natürlichen Nutzung der beiden offiziellen Sprachen."
Auch ein bisschen Englisch
Und auch in einer anderen Richtung hatte Calvià für Aufsehen gesorgt. Für den 23. April hat die Gemeinde Feierlichkeiten zum Saint-George's-Tag angekündigt. Dass damit die stark präsente englischsprachige Gemeinschaft innerhalb der Gemeinde angesprochen werden soll, ist unbestritten. Warum dies aber nicht in die ohnehin stattfindenden Sant-Jordi-Feierlichkeiten integriert wurde, verwunderte einige Anwohner. /pss
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