Tagelange Wartezeiten: Notstand in der Notaufnahme auf Mallorca

Bis zu 146 Patienten warteten in der Notaufnahme des Landeskrankenhauses Son Espases auf Erst- oder Weiterbehandlung. Einige über 48 Stunden

21.05.2017 | 08:05
Überfüllte Notfallaufnahme in Son Espases.

Personal- und Bettenmangel in den Krankenhäusern auf Mallorca hat am Mittwochnachmittag (18.5.) zum Kollaps der Notaufnahme des Landeskrankenhauses Son Espases in Palma geführt. Gegen 16.30 Uhr warteten 146 Patienten auf ihre Erstbehandlung oder eine entsprechende Verlegung auf Station. 64 der Wartenden waren bereits untersucht und diagnostiziert worden und warteten auf eine würdigere Unterbringung in einer der Fachabteilungen, in denen jedoch keine Betten frei waren. Zehn der Patienten befanden sich bereits über 48 Stunden in der Notaufnahme. Im Extremfall eines 82-Jährigen waren es sogar 67 Stunden und 19 Minuten, als die Reporter der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" ihn antrafen.

Als Teil des Problems machte die Krankenpflegergewerkschaft SAE eine seit Tagen geschlossene Station im Krankenhaus Son Llàtzer (ebenfalls Palma) aus. Die Station mit über 30 Betten sei aus unbekannten Gründen geschlossen. Die SAE geht von reinen Spargründen aus und kritisierte Krankenhausleitung und Gesundheitsbehörde.

Aufgrund des Bettenmangels in Son Llàtzer stauten sich die Patienten zunächst dort in der Notaufnahme. Neuaufnahmen wurden deshalb ins deutlich kleinere Krankenhaus Inca verlegt, bis auch dessen Kapazitäten an die Grenzen gelangten. Aktuell werden alle neu eintreffenden Notfälle daher ins größte Spital der Insel, ins Landeskrankenhaus Son Espases verlegt, wo sich nun die Gänge mit provisorisch abgestellten Krankenbetten füllen.

Im Laufe des Donnerstags (18.5.) habe sich die Situation "normalisiert", hieß es aus dem Landeskrankenhaus. Von SAE relativierte man die Entwarnung. Zwar sei der Kollaps vorerst abgewendet, doch zählte man auch am Donnerstag noch 28 Betten in einer Zone, die für 14 Patienten ausgelegt sei. Von Seiten der Krankenpfleger wies man darauf hin, dass die Überfüllung keine klinischen Gründe habe. Es gebe zur Zeit keine Grippewelle noch eine auffällige Anhäufung anderer Beschwerden, die eine Überlastung rechtfertigen könnten. /tg

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