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Mallorca Zeitung

Wenn Patisserie richtig rockt: Bei Nu Ni Má gibt es optisch ungewöhnliche Kreationen

Die Gastroszene in Palma de Mallorca hat Ariadna Salvador gemeinsam mit ihrem damaligen Partner bereits einmal aufgemischt. Nun tritt sie an, auch die Desserts neu zu erfinden

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Hingucker aus der Backstube: Die bezaubernden Kreationen der Patisserie Ni Nu Má Nele Bendgens

Beginnen wir mit dem Namen: „Ni nu má“, soll die kleine Ariadna immer in ihrer Kindersprache gebrabbelt haben, wenn sie einen dimoni, eine Teufelsgestalt, sah. Da das auf Mallorca keine Seltenheit ist, sagte sie es häufiger – in ihrer Familie wurde daraus ein geflügeltes Wort. Daran erinnerte sich Ariadna Salvador (Valencia, 1985) wieder, als es darum ging, einen Namen für ihr Geschäft zu finden.

Und noch eine Rückblende: Es war einmal ein sympathisches Ehepaar, das die Gastroszene von Palma de Mallorca mit ihrem Lokal Clandestí aufmischte – Ariadna Salvador und Pau Navarro. Doch die Liebe ging, man trennte sich, kümmert sich aber weiter liebevoll um den gemeinsamen Sohn Lluc. Ariadna Salvador hatte zuvor Modedesign studiert und war dann zur Patisserie gewechselt, etwa an der renommierten Schule Espai Sucre in Barcelona. Im Clandestí lernte sie dann auch noch kochen, kein Wunder, denn anfangs war das Paar allein für seine Gäste da.

Fast avantgardistische Stücke

Die Patisserie aber blieb Ariadnas Schwerpunkt. Und genau das macht sie nun auch in ihrem Ni Nu Má. Optisch ungewöhnliche, fast avantgardistische Stücke mit überraschenden Zutaten, geschaffen mit speziellen Techniken und Formen. Ein Beispiel dafür ist die Rock ’n’ Roll-Hand für das Restaurant Vandal mit Schokomousse-Mango-Lúkuma-Inhalt und Kakaopulver außen herum.

„Ich habe im vergangenen Herbst mit Events angefangen und wollte eigentlich ein Café eröffnen mit einigen Snacks und meinen Desserts“, sagt Ariadna Salvador. Doch dann kamen dank Mundpropaganda die ersten Aufträge für Restaurants und immer mehr Events, sodass sie den Café-Plan verwarf und sich jetzt komplett auf Events, Catering und Auftragsarbeiten fokussiert.

Zu ihren Kunden gehören etwa Vandal, Santa, Fervor, die Cafetería im Hotel Can Bordoy, der Gran Folies Beach Club, die Agentur ChefsIn, für die sie kulinarische Teambuilding-Events durchführt, und natürlich weiterhin das Clandestí, wo ihr süßer „Kuss“ ja schon legendär ist. Aber auch als normaler Kunde kann man bei ihr ordern, sogar einzelne Teile. Was sie anbietet, findet sich auf ihrer Website, individuelle Aufträge sind möglich. „So hab ich letztens eine Hochzeit mit speziellen, selbst gebackenen Glückskeksen ausgestattet.“

Spezielle Desserts für Events

Ariadna Salvador beliefert auch Events und Veranstaltungen für bis zu 1.000 Personen mit ihren Köstlichkeiten. Kürzlich etwa für die Schifffahrtsgesellschaft Baleària, für die sie ein kleines Schiff schuf aus weißer und dunkler Schokolade, pikantem Karamell und Mandeln sowie eine „Welle“: ein blaues Zitronentörtchen, gemischt mit Spirulina-Alge. „Für jeden Kunden lasse ich mir ein individuelles, passendes Konzept einfallen. Das bezieht sich natürlich auf die Optik, aber auch auf den Inhalt wie die Algen in diesem Fall als maritime Zutat“, erklärt Ariadna Salvador. „Und die Kunden vertrauen mir, lassen mir alle Freiheit.“

So kreierte sie für eine Firma, die ihre Hybridoberflächen (sehen aus wie Marmor) vor Architekten präsentierte, eine handbemalte Schokolade in perfekt adaptierter Optik, eine Weinfirma erhielt eine Schoko-„Birne“ mit einer festen Mousse als Hülle und einem klassischen Inneren aus in Rotwein geschmorter Birne. Der Buchladen Rata Corner feierte mit kleinen Schokomäusen, und ein Gastro-Event mit dem Thema Innereien und Blumen wurde von ihr bestückt mit einem rosa „Hirn“, darin ein Mix aus Erdbeeren, Kardamom und Pannacotta. Stets auf Grundlage bester Zutaten, wobei sie möglichst viel von lokalen Produzenten kauft. „Es läuft alles wunderbar“, sagt Ariadna Salvador. „Ich bin richtig glücklich.“

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