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Zum Thailänder auf Mallorca: Im Mochi Thai in Inca isst das Auge wirklich mit

Lecker, günstig und sehr bunt: Abseits von Palma hat ein Weltenbummler den Dreh raus

Rafa Miranda in seinem originell dekorierten farbenfrohen Mochi in Inca mit Deko zu Katzen, Flugzeug und Reisen. Pere Joan Oliver Orell

Wer auf Mallorca ein Lokal mit authentischer thailändischer Küche sucht und dafür kein Vermögen ausgeben möchte, ist im Mochi Thai in Inca richtig. Und wer ein Lokal sucht, wo nicht nur der Gaumen erfreut wird, sondern sich auch die Augen nicht sattsehen können, ist ebenfalls am perfekten Platz. Und wer darüber hinaus auch wirklich herzlichen Service erleben möchte, auch der sollte sich unbedingt nach Inca aufmachen, auch wenn das Lokal jenseits des Zentrums nur mit Stadtplan, Google oder GPS zu finden ist. Es lohnt sich!

Rafa Miranda (51) absolvierte seine Ausbildung als Koch an der hiesigen Hotel- und Gastronomiefachhochschule EHIB, hat aber danach in anderen Berufen gearbeitet, etwa als Tauchlehrer oder Manager einer Autofirma. Doch die Welt außerhalb der Insel interessierte ihn noch mehr. „Deshalb habe ich viele kleine Zettelchen mit Namen aller möglichen Länder geschrieben, die ich spannend fand, in eine Flasche gesteckt und ein Papier gezogen. Es wurde Thailand“, erzählt Miranda. Er reiste damals ohne Plan und Job los – und blieb fast 15 Jahre dort, war dazwischen auch mal zwei Jahre in Südkorea sowie jeweils anderthalb Jahre in Vietnam und Japan.

Sehnsucht nach der Wahlheimat

Der Anfang war schwer, und er musste ganz unten anfangen, um zu beweisen, was er kann, wie er sagt. Die Eltern einer Freundin gaben ihm eine Chance als Koch. „Die ersten drei Monate habe ich 18 Stunden täglich gearbeitet, sieben Tage die Woche. Ich habe die Türen morgens geöffnet und abends geschlossen. Das hat sie, zusammen mit meiner Kochleidenschaft und Wissbegierigkeit, überzeugt.“

Seine verwitwete Mutter zog ihm im Alter von 75 Jahren nach Bangkok nach. „Sie ist sowieso reiselustig, war quasi schon in der ganzen Welt und hat damals Kunstkurse an der dortigen Universität gegeben. Wir hatten eine tolle Zeit.“ Diese endete jedoch nach rund fünf Jahren, als die Mutter schweren Herzens wegen ihrer Rentenansprüche wieder nach Mallorca zurückkehrte. Der Sohn begleitete sie, hat aber bis heute Sehnsucht nach seiner Wahlheimat. „Irgendwann werde ich dorthin wieder zurückgehen“.

Überwältigendes Ambiente

Doch aktuell hat er sein Lokal Mochi Thai, das er im März vergangenen Jahres eröffnete. Als Gast ist man zunächst überwältigt vom Ambiente, einem opulent-farbenfrohen Mix aus Flughafen-Atmosphäre inklusive Anzeigetafeln, ausrangierten Flugzeugsitzen, von der Decke baumelnden Atemmasken, Fotowänden, die den Ausblick aus einem Flugzeug oder die Passagierkabine zeigen, die Gerichte werden sogar auf Flugzeug-Trolleys durchs Lokal gerollt. „Symbol meiner Reiseleidenschaft“, meint der Weltenbummler.

Die ausrangierten Flugzeugsitze sind von Iberia. Pere Joan Oliver Orell

Darüber hinaus ist seine Katzenleidenschaft dokumentiert, mit seinem Kater Mochi als Porträt in einer Königsuniform und zahllosen weiteren, zum Teil symbolischen Fotos von Katzen. „Sie sind ein Glückssymbol in Asien, und Glück können wir alle brauchen.“

Kater Mochi, Namensgeber des Lokals. Pere Joan Oliver Orell

Doch das ist nicht alles. An der Wand hängt ein halbes altes Taxi, asiatische Bambuslampen sorgen fürs Licht. Das Lokal ist voll mit Accessoires, und ständig entdeckt man etwas Neues. Wer schon einmal in Thailand war, fühlt sich dorthin versetzt. „Ich plane ja schon ein weiteres Lokal, wo ich auch vietnamesische und koreanische Küche ergänzen möchte. Die Dekoration habe ich schon, denn meine Sammlung füllt noch zwei weitere Container, die noch in Thailand stehen.“ Und sein Beweggrund ist auch klar: „Wenn die Gäste ins Lokal kommen, betreten sie quasi Thailand, eine andere Welt. Dort sehen viele einfache Lokale so aus – bunt, leger, familiär.“

Authentische Gerichte

Und deshalb sollen die Gerichte auch authentisch sein. Dafür kauft er bei spezialisierten Händlern in Barcelona oder Madrid, aber auch direkt in Thailand. „Das Wichtigste sind die Zutaten für die Saucen, die machen die Gerichte aus“, meint Miranda. So sehen etwa Koriander und Thai-Koriander nicht nur unterschiedlich aus, sondern schmecken auch anders. All seine Saucen setzt er selbst an, sie krönen die Speisen wie etwa die Udon-Nudeln mit Huhn oder/und Garnelen, das Hühnercurry mit Paprika und einer Sauce aus Kokosmilch, Erdnuss und rotem Curry, das Hühnchen mit Cashew-Limetten-Sojasauce, das Pad Thai mit einer Tamarinden-Limettensauce, angereichert durch Erdnüsse und Tofu.

Im Mochi Thai gibt es Leckeres zu günstigen Preisen. Pere Joan Oliver Orell

Das Fleischspieß-Trio überzeugt ebenfalls durch seine Saucen, einmal pikant süß-sauer, dann mit Senf-Honig- und schließlich mit Erdnuss-Kokosmilch-Sauce samt Kokosstreuseln und Erdnussstücken. Bei den Venusmuscheln wiederum schlürft man Sud und Muschelfleisch aus den Schalen oder löffelt sie einfach aus. Vor- und Hauptspeisen sind nicht wirklich getrennt, „am besten, man isst alles parallel – eben so wie in Thailand“ (Gerichte: 7,50 bis 15,95 Euro, Dessert: 5,50 bis 8 Euro).

Fleischspieß-Trio mit exotischen Saucen. Pere Joan Oliver Orell

Mochi Thai, geöffnet Do.–Mo. 12–16 Uhr und 20–24 Uhr, Carrer Castell de Bellver, 12, Inca. Tel.: 871-20 13 37, FB: Mochi Inca

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