22. April 2020
22.04.2020
Mallorca Zeitung

Immobilien-Makler auf Mallorca distanzieren sich von Brandbrief zu Corona-Krise

Verband Internationaler Immobilien-Makler ABINI stellt klar, dass der Schutz der Menschen "absolute Priorität" habe. Zuvor hatten Immobilien-Besitzer gegen das Reiseverbot und die strenge Ausgangssperre protestiert

22.04.2020 | 14:27
ABINI repräsentiert viele internationale Makler auf Mallorca und den Nachbarinseln.

Nach der Kritik mehrerer deutscher Immobilien-Besitzer auf Mallorca gegen das Reiseverbot und die strenge Ausgangssperre als Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben sich nun weitere deutsche Mallorca-Bewohner zu Wort gemeldet, um sich ihrerseits von der Kritik zu distanzieren. Auch der Sprecher der internationalen Immobilienmakler auf den Balearen (ABINI), Hans Lenz, stellte sich mit einer öffentlichen Erklärung am Mittwoch (22.4.) hinter die Balearen-Regierung. Zuvor hatte Balearen-Präsidentin Francina Armengol bereits auf die an sie persönlich gerichteten offenen Briefe geantwortet und erklärt, dass auf den Inseln für alle Nationalitäten dieselben Rechte und Pflichten gelten.

ABINI-Vorsitzender Hans Lenz dankt in seinem Schreiben zunächst "von ganzem Herzen allen Mitarbeitern im Gesundheitssystem sowie den Sicherheitskräften und Entscheidungsträgern auf den Balearen für die Tatsache, dass die Balearen spanienweit eine der niedrigsten Quoten an Infizierten und Todesopfern" aufweisen. In Bezug auf die Debatte zwischen internationalen Immobilien-Besitzern stellt ABINI klar, dass es auch andere Stimmen internationaler Residenten gebe: "In unzähligen Telefongesprächen und herzlichen E-Mails mit unseren Kunden haben wir festgestellt, dass die Liebe zu den Balearen-Inseln, dem Land, den Leuten und der Kultur weiterhin intakt ist."

Weiter heißt es in der Erklärung: "Die große Mehrheit der befragten Personen unterstützt das Engagement, die Gesundheit zu schützen, als absolute Priorität, und sie respektieren die geltenden europäischen und spanischen Gesetze, um die Covid-19-Erkrankung zu stoppen."

Lesen Sie hier die Nachricht über den Brandbrief

Die Redaktion der Mallorca Zeitung erreichten zudem mehrere Leserbriefe, die sich von den Brandbriefen einiger Immobilien-Besitzer distanzieren: "Der Brief der sogenannten Investoren an die Ministerpräsidentin ist im Ton und in der Sache völlig unangemessen", schreibt eine Leserin. Hätte der Briefschreiber "auf Rügen investiert käme er im eigenen Land nicht über die Landesgrenzen hinweg", da auch "für Mecklenburg-Vorpommern ein komplettes Einreiseverbot für Nichtansässige bzw. Personen mit dortigem Zweitwohnsitz" herrsche.

Eine Leserin aus Llucmajor schreibt: "Ich schäme mich, Deutsche zu sein, wenn ich Auszüge aus dem Brief vom Initiator Ralf Becker lese! Mit welchem Recht fordern diese Menschen für sich eine Sonderbehandlung?" Statt auf die Politiker zu schimpfen, sollten sich deutsche Investoren lieber solidarisch mit notleidenden Familien zeigen, "von denen es, aufgrund der Corona-Krise, leider sehr viele auf Mallorca gibt", heißt es in dem Brief. /tg

Lesen Sie hier die Nachricht über die Antwort von Ministerpräsidentin Francina Armengol

Über aktuelle Ereignisse informieren wir über unseren Liveticker. Einen Überblick über alle MZ-Artikel zum Thema Coronavirus auf Mallorca finden Sie unter diesem Link. Kostenlose Newsletter verschicken wir per Telegram (hier bestellen) oder Mail (hier bestellen).

auf Twitter teilen
auf Facebook teilen

Gut essen auf Mallorca

Restaurants auf Mallorca

Welches Restaurant darf es sein?

Die Insel kulinarisch entdecken - Restaurant-Empfehlungen in Palma de Mallorca, im Osten, Südosten oder Südwesten

Mallorca-Themen von A bis Z

Mallorca-Themen von A bis Z

MZ-Artikel, geordnet nach Themengebieten

Alphabetische Liste: Von Air Berlin über Kongresspalast bis Wandern

 

Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |