Touristensteuer auf Mallorca: Gibt es in Zukunft eine "Transparenzkarte"?
Die Ausschreibung für neue Projekte ist am vergangenen Freitag (15.3.) zu Ende gegangen

Alle Urlauber müssen die Abgabe zahlen. / Nele Bendgens
Bei dem Ziel, die Verwendung der Einnnahmen aus der Touristensteuer transparenter zu gestalten, gibt es Überlegungen für ein neues Informationssystem. So prüft das balearische Tourismusministerium ein System, bei dem Mallorca-Urlauber beispielsweise mittels eines QR-Codes erfahren können, wie die Gelder verwendet werden. Es handle sich dabei um einen Vorschlag, der bislang noch nicht definiert sei, so ein Sprecher des Tourismusministeriums gegenüber der MZ. Mit der Einführung ist deswegen erst ab der Saison im kommenden Jahr zu rechnen.
Zwar betreibt das balearische Tourismusministerium eine Website, die eigentlich über die "Steuer für nachhaltigen Tourismus" und die finanzierten Projekte informieren soll (www.illessostenibles.travel). Allerdings wird die Seite schon seit Jahren nicht gepflegt und ist veraltet. Für das neue Transparenzvorhaben wird nun überlegt, mit der Hoteliersvereinigung zusammenzuarbeiten, wie die Zeitung "Última Hora" berichtet.
Die seit dem Jahr 2016 bestehende Touristensteuer müssen fast alle Urlauber auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln zahlen, die eine touristische Unterkunft nutzen. Denn mit den Einnahmen sollen in erster Linie Umweltprojekte finanziert werden, so die Ursprungsidee. Der Verwendungszweck wurde aber immer wieder angepasst und erweitert, zuletzt auch infolge des Regierungswechsels im vergangenen Jahr. 2023 wurden rund 138 Millionen Euro eingenommen.
Bei der letzten Tagung der Kommission Ende 2023 wurde eine Reihe von Projekten zurückgestellt. Die konservative Landesregierung begründete dies damit, dass diese nicht genügend ausgearbeitet gewesen seien. Deswegen wurde eine zweite, außerordentliche Ausschreibung beschlossen, die nun am vergangenen Freitag (15.3.) zu Ende gegangen ist. Sie umfasst rund 74 Millionen Euro. In den kommenden Tagen werde man bekannt geben, wie viele Projektvorschläge eingereicht worden seien, so der Sprecher des Landesministeriums.

Aus Mitteln der Touristensteuer finanziert: Herberge auf der Finca Galatzó / Frank Feldmeier
Die Konservativen hatten sich bei der Einführung vor acht Jahren gegen die Steuer positioniert, behielten diese aber letztendlich beim Regierungswechsel 2023 unverändert bei, wobei sie allerdings den Verwendungszweck neu definieren. Eine Rolle spielt sicherlich auch, dass man ungern auf die Einnahmen verzichten möchte.
Auf der Tourismusmesse ITB in Berlin wurden die Einnahmen dann sogar zur zentralen Botschaft der Landesregierung. Man werde 350 Millionen Euro in Nachhaltigkeitsprojekte, den Wasserkreislauf, Verbesserungen der Infrastruktur, Ausbildung und Kultur und Sport investieren, kündigte die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens an. 74 Millionen Euro stammen aus dem vergangenen Haushaltsjahr, 140 Millionen Euro sollen 2024 eingenommen werden und weitere 140 Millionen im Jahr 2025.
Frank FeldmeierTouristensteuer auf Mallorca: Jetzt müssen die Konservativen liefern
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