Rund 125.000 Bauanträge aus den Jahren 1893 bis 1991 liegen im Stadtarchiv von Palma. Unter ihnen befinden sich die Anträge für Gebäude, die längst zu einem prägenden Teil des Stadtbildes geworden sind. Andere wiederum, nicht selten in Sachen Schönheit gleichauf mit den ikonischen Häusern, wurden nach nur wenigen Jahrzehnten abgerissen und durch modernere Immobilien ersetzt.

Im Stadtpalast Can Bordils, dem Sitz des Archivs, zeigt die Ausstellung „Palma Singular“ (Einzigartiges Palma) nun Bauanträge und Grundrisse von Gebäuden, die Palma seit 1902 geprägt haben. In jenem Jahr beschloss die Verwaltung, die Stadtmauern abreißen zu lassen – und befeuerte somit das Wachstum über die heutigen Avenidas hinaus.

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Es ist auf den ersten Blick keine sehr attraktive Ausstellung. Bauanträge sind zuallererst verwaltungstechnische Dokumente, optisch immerhin ein wenig attraktiver sind da die Gebäudepläne. Die wenigen, etwas lieblos präsentierten Fotos reißen da auch nichts raus.

Aber vielleicht liegt darin auch der Reiz der Schau. Denn sie lädt zum Kopfkino ein, auf einen Spaziergang durch eine Stadt, wie sie mal gewesen ist.

Grundriss des s'Escorxador

Ein Grundriss zeigt beispielsweise das Gelände von s’Escorxador, dem ehemaligen städtischen Schlachthof. Gebaut hatte die Anlage, ebenso wie die Stierkampfarena, Palmas wohl bekanntester Architekt, Gaspar Bennàssar (1869–1933). Wo genau aber ist zwischen den Büros und Schlachthallen das heutige Programmkino CineCiutat zu verorten?

Oder erinnern Sie sich noch an das 2015 abgerissene Gebäude Can Bibiloni schräg gegenüber vom Corte Inglés im Carrer Aragó – dort wo sich heute das Instituto Bernabeu befindet? Ältere Generationen wiederum haben vielleicht noch den Anblick des Teatre Líric im Kopf, das 1967 abgerissen wurde, um Platz für die heutigen Gärten Hort des Rei unterhalb des Almudaina-Palastes zu machen.

Inspiration für neue Spaziergänge

Es hilft natürlich, wenn man die Stadt ein wenig kennt, um sich auf diese mentale Reise zu begeben. Alternativ lässt sich der Rundgang aber auch mithilfe von Google Street View begleiten.

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Und vielleicht ist es eine Inspiration für neue Routen und Spaziergänge, die man nach dem Ausstellungsbesuch selbst unternimmt. Um die Balearen-Hauptstadt so wahrzunehmen, wie sie – stets im Wandel begriffen – just in diesem Moment ist.

Hinweis: Die Ausstellung ist nur auf Katalanisch, allerdings dürfte das meiste auch ohne Sprachkenntnisse verständlich sein.