26. April 2020
26.04.2020
Mallorca Zeitung

Mallorca will bei Exit-Strategie selbst Uhrzeiten festlegen können

Regionale Lockerung der Ausgangssperre: Die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol hat am Sonntag (26.4.) das weitere Vorgehen in der Corona-Krise skizziert - und erneut zur Zweithaus-Debatte Stellung bezogen

26.04.2020 | 15:54
Francina Armengol in der Videokonferenz mit Premier Sánchez und den Ministerpräsidenten.

Mallorca möchte bei der weiteren Exit-Strategie in der Coronavirus-Krise mehr Entscheidungsspielraum und die konkrete Umsetzung der weiteren Lockerung der Ausgangssperre selbst regional festlegen. Das hat die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol am Sonntag (26.4.) nach ihrer wöchentlichen Videokonferenz mit Spanien-Premier Pedro Sánchez und den weiteren Vertretern der Regionalregierungen erklärt.

Madrid werde zwar die Voraussetzungen und die Kriterien für weitere Lockerungen festlegen, darunter etwa die Kapazität der Intensivbetten und die Ressourcen für Corona-Tests in der jeweiligen Region. Es müsse aber der Landesregierung überlassen sein, die künftigen Lockerungen konkret umzusetzen und beispielsweise Uhrzeiten für wieder zulässige Aktivitäten festzulegen, forderte Armengol. Das gelte etwa für Sport im Freien oder Spaziergänge von Senioren. 

In ihrer Ansprache, die im Regionalsender IB3 übertragen wurde, mahnte sie aber mehrfach zur Vorsicht. "Wir stehen auf den Balearen so gut da, weil wir unsere Aufgaben erledigt haben", so die Sozialistin. Wenn die Bürger nachlässig würden und es zu Menschenaufläufen komme, seien diese Erfolge wieder in Gefahr, und es drohten Rückschritte.

Hotels und Zweithausbesitzer

Auf die Frage, wann wieder Geschäfte und Hotels öffnen könnten, verwies die Politikerin auf die spanische Zentralregierung. "Hierfür haben wir weder die Zuständigkeit, noch die Gewissheit", so die Sozialistin, sie wolle in dieser Zeit der Ungewissheit keine falschen Hoffnungen wecken. Man arbeite aber bereits seit drei Wochen in verschiedenen Arbeitsgruppen an Fragen wie etwa der Anpassung der Infrastruktur für die Zeit nach der Ausgangssperre, um weiteren Ansteckungen vorzubeugen.

Auch bei der Frage, wann ausländische Zweithausbesitzer wieder nach Mallorca kommen können, verwies Armengol auf Madrid und wiederholte die Antwort von Sánchez vom Vortag, wonach zunächst eine europäische Lösung hinsichtlich des Grenzübertritts gefunden werden müsse. Der in ganz Spanien gleichermaßen geltende Alarmzustand sei von der Zentralregierung erlassen und beinhalte strenge Auflagen sowie sehr konkrete Ausnahmen, die für Inländer und Ausländer gleichermaßen gelten - auch Mallorquiner dürften derzeit ihren Zweitwohnsitz nicht aufsuchen. 

Der Tourismus und das weitere Wirtschaftsleben müsse so schnell, aber auch so sicher wie möglich reaktiviert werden. Es sei an der spanischen Zentralregierung, die Frage der künftigen Sicherheitsvorkehrungen und sanitären Kontrollen auf den Airports zu konkretisieren und mit der Landesregierung abzusprechen. "Wir wollen, dass es sanitäre Kontrollen für alle ankommenden Fluggäste gibt." Geklärt werden müsse, ob Kontrollen bei Abflug und bei Ankunft stattfinden und wie sich Menschenansammlungen am Flughafen vermeiden lassen.

Der Alarmzustand auf Mallorca und im Rest von Spanien gilt inzwischen bereits seit dem 15. März. Zunächst wurde er für zwei Wochen beschlossen, dann mehrfach verlängert, schließlich bis zum 9. Mai. Die Regeln der Ausgangssperre werden kontinuierlich angepasst. Vom 30.3. bis zum 13.4 galt ein verschärftes Arbeitsverbot, das inzwischen wieder aufgehoben ist. Seit Sonntag (26.4.) sind Spaziergänge mit Kindern erlaubt. Für den 2. Mai stellte Premier Sánchez die Möglichkeit zu Spaziergängen und individuellen Sport-Aktivitäten im Freien in Aussicht.  /ff

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