23. September 2020
23.09.2020
Mallorca Zeitung

Corona-Lage auf Mallorca: ein bisschen Aufatmen

Tests, Krankenhäuser, Inzidenz: die Corona-Zahlen im Wochenvergleich. Die neuen Regeln für Einreisende in Deutschland kommen nun erst später

23.09.2020 | 10:25
Auch im Gesundheitsdistrikt Arquitecte Bennàssar in Palma gilt ein lokaler Lockdown.

Dass die Politik auf Mallorca die Kontrolle zurückgewinnt, kann man wohl auch daran ablesen: Erstmals seit Wochen hat die Landesregierung in diesen Tagen keine neuen Corona-Restriktionen angekündigt. Die Gesundheitsbehörden sind vielmehr mit der Auswertung der bisherigen Restriktionen beschäftigt, allen voran in den von einem Lockdown betroffenen Gebieten in Palma. Im sozialen Brennpunkt Son Gotleu sei nach anderthalb Wochen eine Besserung der Lage zu beobachten, sagte die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez am Dienstag (22.9.) im Balearen-Parlament. Die Statistik: Die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen halbierte sich in dem Gebiet auf fünf, die Rate der positiven Tests auf sieben Prozent, die Inzidenz pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen auf inzwischen 145. Für das zweite Lockdown-Gebiet in Palma, Arquitecte Bennàssar, gibt es noch keine Zahlen.

Für eine Entschärfung der Lage auf den Balearen spricht nicht zuletzt der Reproduktionswert, also die Zahl der Menschen, die eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. In der täglichen Statistik der Landesregierung wird er nicht ausgewiesen, Ministerin Gómez bezifferte ihn aber am Dienstag mit 0,7, womit er endlich unter dem kritischen Wert von eins liegt. Die balearische Linksregierung verweist auch auf den spanienweiten Vergleich, in dem die Inseln nurmehr auf Platz 13 der am stärksten betroffenen Regionen rangierten. Vor allem in der Region Madrid spitzt sich die Lage weiter zu.

Im Wochenvergleich zeigt sich auf den Balearen eine messbare Verbesserung der Lage. Der Wochendurchschnitt der täglich registrierten Neuinfektionen fällt von 220 auf knapp unter 160 (Stand: 23.9.). Für die Aussagekraft dieser Zahl spricht, dass in den vergangenen sieben Tagen zumindest annähernd so viele PCR-Tests gemacht wurden wie in der Woche zuvor, die Zahl sank leicht von 17.740 auf 16.753. Eine spürbare Entlastung gibt es auch in den Krankenhäusern, die Zahl der stationär behandelten Covid-19-Patienten sank innerhalb einer Woche von 311 auf 267. Auf den Intensivstationen gibt es mit 67 Patienten jedoch keine Besserung, und es wurden auch wieder täglich Todesfälle bestätigt. Am Mittwoch betrug die Zahl der seit Ausbruch der Pandemie erfassten Corona-Toten 292. Das sind 17 mehr als in der Vorwoche, inzwischen 66 entfallen auf die zweite Welle.

Neue Regeln für Flugpassagiere

Obwohl sich die Lage insgesamt gebessert hat, ist die vom spanischen Gesundheitsministerium kommunizierte Inzidenz pro 100.000 Einwohnern auf den Balearen deutlich in die Höhe geklettert und liegt jetzt über einem Wert von 90 – offenbar klappt die Datenübertragung nun besser, und die Werte werden jetzt zeitnah eingespeist (MZ berichtete). Die Inzidenz für die vergangenen sieben Tage ist nun fast doppelt so hoch wie der Wert von 50, der als wichtiges Indiz für die Ausweisung als Risikogebiet durch das Auswärtige Amt gilt – und damit werden Mallorca-Urlauber und Pendler bis auf weiteres Test- und Quarantäne-Auflagen bei der Ankunft in Deutschland hinnehmen müssen.

Eigentlich sollten diese zum 1. Oktober verschärft werden, doch als Startdatum gilt nun erst der 15. Oktober, wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch auf MZ-Anfrage bestätigte. Bisherige Regelung: Reisende können bereits auf der Insel einen PCR-Test machen, um so mit einem negativen Testergebnis in Deutschland einzureisen. Ansonsten finden bei der Ankunft kostenlose Tests statt. Wer ein negatives Ergebnis beim Gesundheitsamt einreicht, darf seinem gewohnten Alltag nachgehen. Anders die geplante Neuregelung: Reisende aus Risikogebieten sollen 14 Tage lang in häusliche Quarantäne. Verkürzt werden kann sie nur durch ein negatives Testergebnis, das frühestens fünf Tage nach der Rückkehr angefordert werden kann.

Die sogenannten Aussteigekarten, mit denen die Behörden Aufenthaltsort und Einhaltung der Quarantäne überprüfen können, sollen in Zukunft auch digital vorliegen. Doch dafür gibt es – laut „Bild" wegen Problemen bei der Digitalisierung – noch kein Datum. Oder wie der Ministeriumssprecher auf MZ-Anfrage erklärt: Das Inkrafttreten der „digitalen Einreisemeldung" müsse getrennt betrachtet werden von der Neuregelung ab Mitte Oktober.

Das sind die aktuellen Corona-Zahlen auf den Balearen

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