Staatsanwaltschaft fordert auf Mallorca über 100 Jahre Haft für Ermittler im Fall Cursach
Daneben sind vier Beamte der Geldwäsche-Einheit der Nationalpolizei angeklagt

Manuel Penalva und Miguel Ángel Subirán / B. Ramon
Marcos Ollés
Dem ehemaligen Ermittlungsrichter Manuel Penalva und dem ehemaligen Staatsanwalt Miguel Ángel Subirán soll in den kommenden Monaten auf Mallorca der Prozess gemacht werden. Nun hat die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift und damit die geforderten Strafen veröffentlicht. Für Penalva werden 118 Jahre Gefängnis gefordert, für Subirán 122 Jahre. Ihnen wird Geheimnisverrat, unrechtmäßige Inhaftierung, Behinderung der Justiz und Pflichtverletzung vorgeworfen. Neben Penalva und Subirán sind vier Beamte der Geldwäsche-Einheit der Nationalpolizei angeklagt. Für sie werden zwischen 80 und 111 Jahre Gefängnis gefordert.
Die beiden mittlerweile zwangspensionierten Juristen waren federführend für die Ermittlungen im Fall gegen den Megapark-Besitzer Bartolomé Cursach, im Fall der Vergabe der Parkzone ORA in Palma sowie den Korruptionsfall um das städtische Sportinstitut IME verantwortlich. In der 32-seitigen Anklageschrift wird ihnen eine Reihe von Unregelmäßigkeiten zur Last gelegt. So wird ihnen vorgeworfen, im Rahmen der Ermittlungen mindestens 15 Personen unbegründet in Untersuchungshaft gesteckt zu haben. Für diese Personen wird eine Entschädigung von jeweils 6.000 Euro gefordert.
Zeugen unter Druck gesetzt
Zudem sollen zahlreiche Zeugen unter Druck gesetzt worden sein, damit sie im Sinne der Ermittlungen und teilweise gegen Politiker wie den konservativen Álvaro Gijón aussagten. In der Anklageschrift sind zudem Verweise auf rund 30 Zeitungsartikel, darunter auch von der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" enthalten. Penalva und Subirán sollen die darin enthaltenen Informationen geleakt haben.
Im Verfahren gegen Cursach waren die Ermittlungsmethoden von Subirán und Penalva immer wieder Gegenstand der Zeugenaussagen gewesen. So widerriefen zahlreiche Personen vor Gericht ihre Aussagen während der Ermittlungen. Diese seien verfälscht oder erpresst worden, lautete der Vorwurf gegen die Ermittler. Die Staatsanwaltschaft ließ daraufhin alle Anklagepunkte fallen und entschuldigte sich bei den Angeklagten.
Staatsanwalt im Fall Cursach unterzeichnet Anklageschrift
Für die neue Anklageschrift gegen die Juristen und Polizeibeamten sind die Staatsanwälte Tomás Herranz und Fernando Bermejo verantwortlich. Herranz war im Cursach-Prozess ebenfalls als Staatsanwalt beteiligt und war derjenige, der die Beschuldigten unter Tränen um Verzeihung bat. Wann der Prozess stattfindet, ist noch nicht bekannt. /pss
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