Die Guardia Civil auf Mallorca hat einen Bootskapitän festgenommen, dem fahrlässige Tötung vorgeworfen wird. Das geht aus einer Pressemitteilung vom Mittwoch (28.6.) hervor. Bei dem Unglück vor anderthalb Wochen starb eine 34-jährige Urlauberin.

Die Inderin hatte am 18. Juni mit zwei Freundinnen ein Boot samt Kapitän gemietet. Sie ankerten vor dem abgelegenen und unbewachten Naturstrand s’Arenalet d’Aubarca auf dem Gemeindegebiet von Artà. Die 34-Jährige schwamm hinter dem Heck des Schiffes im Wasser, als der Bootsführer den Anker einholte und zurücksetzte. Dabei vergewisserte er sich nicht, ob Personen im Wasser sind.

Die Inderin wurde von der Schiffsschraube erfasst und erlitt schwere Verletzungen am Gesicht und den Beinen. Der Kapitän sprang zwar umgehend ins Wasser und holte sie ins Boot, die später eintreffenden Ärzte konnten aber nur noch den Tod der Frau feststellen. Ihre Freundinnen kamen in psychologische Betreuung.

Fehlende Lizenz und ungewöhnliches Manöver

Die Ermittler stellten fest, dass der Kapitän zwar einen Bootsführerschein besitzt, ihm aber die nötige Lizenz fehlt, um professionell Passagiere herumzufahren. Zudem führte er das tödliche Manöver nicht den Regeln entsprechend durch.

Vorsicht beim Baden und Tauchen

Der Strand befindet sich im Naturschutzgebiet Parc de Llevant. Auf Mallorca kommt es immer wieder zu Unfällen, bei denen Schwimmer in Schiffsschrauben geraten. Gerade im Sommer sind auf dem Wasser viele Boote unterwegs, Schwimmer und Taucher, die sich vom Strand entfernen, sollten eine Boje hinter sich herziehen.

Im Jahr 2018 erlitten zwei deutsche Taucher einen ähnlichen Unfall im Meer vor dem Es Trenc. Ein Motorboot überfuhr die Männer. Die Ärzte mussten einem von beiden ein Bein amputieren. Dem anderen wurde bei dem Unfall der Arm abgetrennt. Sie kamen aber mit dem Leben davon.