Blauer Dauerblüher: Limonium ist die ideale Pflanze für den Mallorca-Garten

Auf Mallorca wachsen fast 50 Arten von Limonium wild. Sie vertragen Hitze, extreme Trockenheit und sogar das Salzwasser an der Küste

Nur eines verträgt das Limonium im Inselgarten nicht: zu viel Gießwasser. Hier die Sorten „Limonium arborescens“ und „Limonium perezii“ im Botanischen Garten von Sóller.

Nur eines verträgt das Limonium im Inselgarten nicht: zu viel Gießwasser. Hier die Sorten „Limonium arborescens“ und „Limonium perezii“ im Botanischen Garten von Sóller. / FOTO: BARBARA POHLE

Die Wiesen sind verblüht, dafür kommt jetzt Farbe in die Inselgärten. Als leuchtender Farbtupfer aus der kühleren Farbskala äußerst begehrt in den Sommerbeeten ist Blau. Dieses Blau bietet etwa das Limonium, im Deutschen Strandflieder oder Meerlavendel genannt. Verwandt ist die Staude mit keinem der beiden: Denn der Lavendel und der Flieder gehören zur Familie der Lippenblütler.

Die Herkunft von Limonium

Das Limonium dagegen zählt zu den Bleiwurzgewächsen, die in Europa, Asien, Afrika, Australien und Nordamerika verbreitet sind. Zur Gattung gehören viele Arten: Die mit Abstand größte Vielfalt kommt in dem Gebiet vor, das sich von den Kanarischen Inseln über den Mittelmeerraum bis nach Zentralasien erstreckt. Zum Vergleich: In Nordamerika wachsen nur drei einheimische Spezies der Gattung. „Weltweit gibt es etwa 400 Arten, allein im Mittelmeerraum über 100 und auf den Balearen an die 50 Sorten, die fast alle endemisch sind“, berichtet Magdalena Vicens vom Botanischen Garten in Sóller.

Dort strecken der Baum-Strandflieder (Limonium arborescens) und der Perez-Strandflieder (Limonium perezii) ihre blauen Ährenblüten in die Höhe. Beide wachsen wild auf den Kanarischen Inseln und haben sich auch in den Inselgärten Mallorcas fest etabliert. Wie auch der Breitblättrige Strandflieder (Limonium latifolium), dessen Herkunft Juan Rita, Botaniker an der Balearen-Universität, osteuropäischen Ländern zuordnet. „Eine engere Verwandtschaft zu den auf den Balearen wild wachsenden Sorten ist schwer nachzuweisen“, sagt er. Doch eines hätten die Arten, die sich unter der Gattung Limonium versammeln gemein: Sie bevorzugten Standorte in Meeresnähe.

Limonium wächst auf Mallorca wild

An den Inselküsten gedeihen die Limonium-Sorten in Spalten mit wenig Erde an den Felshängen bis zu etwa 100 Höhenmetern im Landesinneren. An den Sandstränden zählt der Meerlavendel zu den Pflanzen, die sich mit ihren Wurzeln im Sand festkrallen und dadurch den Dünen Festigkeit geben. Die winterlichen Küstenstürme halten sie dort ebenso aus wie die pralle Sommersonne. Im Laufe ihrer Evolution ist es ihnen gelungen, durch rau behaarte Stängel und andere Schutzmechanismen die salzige Gischt an ihren nassen Standorten auszuhalten.

Die wilden Limonium-Arten bilden zwar Blüten und Samen, vermehren sich jedoch häufig durch Ableger. „Unsere Endemiten blühen meistens in Weiß oder Beige“, so Vicens. Jeweils zwei bis drei Blüten bilden ein Ährchen, die zu siebt oder acht gemeinsam auf einem quer oder steil verlaufenden Stängel eine Sammelblüte bilden. Die Kronblätter enden in einem papierartigen Saum, vielleicht ist das der Grund dafür, dass einige Arten im Katalanischen flor de papel genannt werden.

Aus den weißen Kronblättern entwickeln sich die Samen. | FOTO: NELE BENDGENS

Aus den weißen Kronblättern entwickeln sich die Samen. | FOTO: NELE BENDGENS / Barbara pohle

Manche Limonium-Pflanzen auf Mallorca sind Dauerblüher

„Die in den Gärten Mallorcas am meisten gepflanzte Art ist das Limonium perezii“, berichtet Mateu Morro von der Gärtnerei Vivers Santa Maria. Von ihrer wilden Balearen-Verwandtschaft unterscheiden sie sich durch bis zu einem Meter hohen Stängel und die in den Gärten so begehrten riesigen Blütenähren. „Sie ist eine ideale Pflanze für den Inselgarten“, erklärt Erika Könn aus Binissalem. Die Gartenarchitektin lässt den Meerflieder häufig als Ersatz für Lavendel pflanzen, wenn dieser an Pilzbefall kränkelt. Denn wie auch der Lavendel liefere das Limonium die ganze warme Jahreszeit zuverlässig das begehrte Blau im Garten.

Bei dem Trockenheit, kalkhaltige und sandige Böden liebenden Limonium könne man nicht allzu viel falsch machen. Was die Stauden jedoch gar nicht vertragen, ist zu viel Wasser. „Dann schießen sie in die Höhe, werden braun und fallen um“, so Könn. Mateu Morro empfiehlt, das Limonium nicht an die Tröpfchenbewässerung anzuschließen und mit dem Schlauch zu gießen, wenn es im Sommer zu Spitzentemperaturen kommt und die Gefahr besteht, dass die Stauden schlappmachen. Wer sich für eine größere Pflanzung Bewässerung wünscht, sollte die Tropfer etwas weiter von den Pflanzen entfernt platzieren oder, statt jede Pflanze zu bewässern, größere Abstände wählen.

Expertin empfiehlt, Limonium auf Mallorca im Herbst zu pflanzen

Was das Gewächs ebenso wenig mag: wenn die Rhizome mit Rindenmulch bedeckt sind. Könn rät außerdem, das Limonium im Herbst zu pflanzen, damit die Wurzeln bis zum Sommer kräftig sind. Der Strandflieder eignet sich sogar für das Pflanzgefäß, auch hier ist Staunässe zu vermeiden. Alle zwei bis drei Jahre ist die Staude in ein etwas größeres Pflanzgefäß umzutopfen.

Die beiden Limonium-Arten im Botanischen Garten bleiben auch im Winter grün. Nach ein paar Jahren sterben manche Stängel ab und müssen entfernt werden. Andere wiederum werfen ihre Samen auf die Erde. Dort keimen sie und bilden im Frühjahr neue Blüten, wenn man sie wachsen lässt.