Vallgornera-Höhle auf Mallorca: Erneut bedroht ein Einfamilienhaus das Naturwunder
Die Umweltkommission verlangt nun ein Umweltgutachten, um zu klären, ob signifikante Schäden an der Unterwasserhöhle zu befürchten sind

Ein echtes Naturwunder: die Vallgornera-Höhlen. / Antoni Merino
Die Vallgornera-Höhle in der Gemeinde Llucmajor im Süden von Mallorca ist seit Jahren in Gefahr: Immer wieder warnt die Umweltkommission der balearischen Landesregierung davor, dass die Höhle einstürzen könnte, wenn oberhalb des Gängesystems weiter Häuser gebaut werden.
Und dennoch: Auch derzeit wird wieder in der Siedlung Vallgornera gebaut. Nachdem vor wenigen Monaten ein Haus im Carrer Rafael de Vallgornera Nou genehmigt worden war und kurz darauf ein Gutachten der Umweltkommission vor dem "Einsturz und der Zerstörung der Höhlenstruktur" warnte, soll nun nur ein Stück entfernt im Carrer Degas ein weiteres Einfamilienhaus mit Pool gebaut werden.
"Signifikante Schäden" befürchtet
Das zweistöckige Haus soll auf einem 600 Quadratmeter großen Grundstück entstehen, vier Zimmer und zwei Bäder sowie einen 29 Quadratmeter großen Pool im Garten haben. Die Umweltkommission verlangt nun vom Bauträger, dass dieser ein Umweltgutachten vorlegt. Man fürchte "signifikante Schäden" an der Höhlengalerie, so heißt es in der Aufforderung der Umweltkommission an den Bauträger.
Vor allem die Vibrationen, die das Manövrieren der Baufahrzeuge oberhalb der Höhle verursacht, seien ein großes Risiko für die Galerie. Darüber hinaus befürchtet die Umweltkommission Schäden durch chemische Produkte, die für die Instandhaltung des Pools verwendet werden. Und auch die Anhäufung von Bauschutt während der Bauarbeiten macht der Kommission Sorgen.
Sobald das Umweltgutachten vorliegt und im balearischen Gesetzesblatt (BOIB) veröffentlicht wird, kann es 30 Tage lang eingesehen werden. Darüber hinaus werden auch Gutachten von der Landesregierung, dem Inselrat sowie dem Geologischen Institut in Spanien (IGME) verlangt.
Nicht für die Öffentlichkeit zugänglich
Das Höhlensystem von Vallgornera umfasst mehr als 65.000 Quadratmeter Hohlräume unter der Erde sowie 10.000 Quadratmeter unterirdische Seen. Anders als die bekannten Besucherhöhlen Coves del Drach (Portocristo), Coves d'Artà (Canyamel), Coves de Gènova (Palma), Coves de Campanet und Coves dels Hams (Portocristo) sind die Coves des Pas de Vallgornera nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Eintritt ist nur für wissenschaftliche Zwecke und mit Genehmigung möglich.
Dass der bauliche Druck über den Höhlen diese gefährden könnte, ist schon seit Jahren bekannt. Die nahegelegenen Siedlungen in Cala Pi beispielsweise müssen ihr Abwasser weiterhin in Sickergruben sammeln, da keine Kanalisationen erlaubt werden. /jk/somo
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