Der mallorquinische Musiker Joan Moll i Marquès (Palma, 1936–2023) ist am Donnerstag (30.11.) im Alter von 87 Jahren gestorben. Der Sohn von Francesc de Borja Moll, dem Verfasser eines monumentalen katalanisch-valencianisch-balearischen Wörterbuchs, gehörte zu den bekanntesten Pianisten der Insel. Auch seine bereits verstorbenen Geschwister konnten auf ein bedeutendes Lebenswerk zurückblicken: der lange in Deutschland tätige sozialistische Politiker und Journalist Josep Moll i Marquès (1934–2007) und die Philologin Aina Moll i Marquès (1930–2019), die maßgeblich an der Wiederbelebung der katalanischen Sprache nach der Diktatur beteiligt gewesen war.

Joan Moll begann sein Musikstudium bei Clara Vilella in Palma. Später setzte er seine Ausbildung in Barcelona bei Gibert und Camins und anschließend in Deutschland fort, wo er neun Jahre lang lebte und seine Kenntnisse vertiefte und perfektionierte. Er gewann mehrere nationale und internationale Preise und spielte in fast allen europäischen Ländern, in Mexiko und in den Vereinigten Staaten Konzerte. Als Solist trat er mit vielen Orchestern auf – vor allem in Deutschland – und arbeitete in Spanien unter der Leitung prominenter Dirigenten. Auf Mallorca gab Moll unter anderem zahlreiche Konzerte auf der Kulturfinca Son Bauló.

Lehrtätigkeit und Forschungsarbeit

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Auch die Lehrtätigkeit spielte in seiner Laufbahn eine wichtige Rolle: Er gab Meisterkurse an mehreren amerikanischen Universitäten, Hunderte von Konzerten für Schüler und Einführungskurse in die Musik für Erwachsene. Auch leistete Moll eine wichtige Arbeit bei der Erforschung und Verbreitung der Klaviermusik mallorquinischer Komponisten – eine Aufgabe, die sich in achtzehn Stunden Aufnahmen für Radio Nacional de España, zahlreichen Platten und dem zweiten Preis des Kulturministeriums für die Erforschung und Verbreitung des musikalischen Erbes Spaniens niederschlug. /bro

Joan Moll (Archivbild). Diario de Mallorca