In diesem Multikulti-Viertel von Palma de Mallorca schreitet die Gentrifizierung voran
Pere Garau ist gefragt. Vor allem ausländische Investoren zeigen Interesse an dem zentrumsnahen Stadtteil. Das hat Konsequenzen

Die Umgestaltung des Carrer Nuredduna zur Fußgängerzone schreitet voran - und erhöht die Immobilienpreise ringsum. / Manu Mielniezuk
Jaume Bauzà
Das Interesse ausländischer Investoren am Multikulti-Vierte Pere Garau in Palma de Mallorca steigt. "Ich kaufe Immobilien in dieser Gegend. Zustand nicht wichtig", ist auf zahlreichen Aushängen im Stadtteil zu sehen, die in den vergangenen Wochen aufgetaucht sind. Angefügt sind die Kontaktdaten, an die sich interessierte Eigentümer wenden können.
Laut MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" gehen die Aushänge auf eine mallorquinische Immobilienfirma zurück, die bevorzugt ausländische Investoren vermittelt, die an einen Aufschwung im Viertel glauben. Zudem ruft das Unternehmen Immobilienbesitzer auf, diese nicht weiter zu vermieten, falls sie renovierungsbedürftig seien. Stattdessen sollen die Umbau- und Sanierungsarbeiten über den Investor laufen, der daraus luxuriösen Wohnraum machen möchte.
Die Immobilienpreise in Pere Garau steigen seit geraumer Zeit - nicht zuletzt durch die Verkehrsberuhigung des Carrer Nuredduna, die derzeit zur Fußgängerzone umgebaut wird. Die Immobilienagentur Engel & Völkers bietet hier bereits ein 258 Quadratmeter großes Lokal für 630.000 Euro an. "Während der Carrer Nuredduna zuvor allein durch seine Lokale bekannt war, wird er sich dank der hohen staatlichen Investitionen bald in eine moderne und tolle Gegend für Urlauber und Einheimische verwandeln", heißt es weiter in der Anzeige.
Ganz in der Nähe, bei der Plaça Columnes, verkauft die Agentur zudem für 3,6 Millionen Euro ein Mehrfamilienhaus, das die Mieter vor wenigen Jahren verlassen haben und das derzeit leersteht. "Ideal für Investoren, Gebäude mit Charakter in der baldigen Fußgängerzone Carrer Nuredduna und im Wert steigend", lockt das Angebot.
"Die öffentlichen Investitionen in die Straße wird die Spekulation antreiben, und das heißt, dass wir alle dafür zahlen müssen", kritisiert Nael Falo, Sprecher des Anwohnerverbands Flipau. Er befürchtet, dass aufgrund der Entwicklungen viele langjährige Anwohner in andere Stadtteile werden umziehen müssen. /somo
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