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Verfrühter Saisonstart: Flughafen in Palma de Mallorca ächzt unter Personalmangel und Touristenmassen

Seit Ostern hat die Flut an Touristen nicht nachgelassen

Reisende am Flughafen in Palma de Mallorca DM

Der Flughafen Son Sant Joan in Palma de Mallorca muss aufgrund der vielen Touristen in diesem Jahr mit einigen Schwierigkeiten umgehen. Zum einen bilden sich wegen der vielen britischen Passagiere regelmäßig lange Schlangen an der Passkontrolle, immer wieder heißt es der Flughafen sei nah an einem "Kollaps". Zum anderen müssen die Geschäfte und Restaurants am Flughafen mit weniger Personal mehr Gäste stemmen.

"Die Saison auf Mallorca hat früher als sonst begonnen", sagt der Geschäftsführer eines Catering-Unternehmens am Flughafen von Palma. "Seit Ostern haben wir ohne Unterbrechung weitergemacht", fügt er hinzu. Für die Geschäfte im Flughafen Son Sant Joan ist das prinzipiell eine gute Nachricht, zumal sie pro Tourist auch mehr verdienen als in anderen Jahren: Das nationale Institut für Statistik meldet, dass Touristen in diesem Jahr mehr ausgeben. Der Geschäftsführer bestätigt das: "Im Durchschnitt sind die Ausgaben gestiegen". Nach zwei Jahren ohne Urlaub haben viele Reisende Erspartes auf dem Konto liegen und geben das auch gerne aus.

Ein Drittel des Personals fehlt

Allerdings haben die Geschäfte nicht genug Personal, um die vielen Gäste zu versorgen. Manches kann mit Studenten von der Insel und jungen Mallorquinern abgedeckt werden, die gerade Sommerferien haben, aber lange nicht alles. Die Unternehmer sind teils verzweifelt auf Personalsuche. Ein großer Arbeitgeber im Flughafensektor beklagt, dass er 33 Prozent seiner Stellen aktuell nicht besetzt hat. Die Suche gestalte sich als schwierig: Zu einem Vorstellungsgespräch, zu dem sich 24 Personen angemeldet hätten, seien nur sieben Personen gekommen. Keiner davon habe hinterher die Unterlagen für die Verträge eingereicht.

Der Unternehmer vermutet, sie warten erst andere Angebote ab und hoffen auf einen Vertrag für ein ganzes Jahr statt nur für die Saison. Das sei am Flughafen nicht möglich. "Wir zahlen nach dem Tarifvertrag für das Gaststättengewerbe und mit zwei freien Tagen die Woche", sagt der Unternehmer. Trotzdem finde er keine Arbeitskräfte. Inzwischen habe er die Öffnungszeiten in seinen Restaurants reduzieren müssen, damit seine Angestellten sich nicht komplett überarbeiten. Der Unternehmer sagt, er habe nur ein Restaurant zu 100 Prozent ausgelastet. "Ich verliere 24.000 Euro Umsatz pro Woche", klagt er. Ähnlich gehe es den Flughäfen von Barcelona, Alicante, Madrid, Valencia und den Kanarischen Inseln. "Ich habe so etwas noch nie gesehen", sagt der Unternehmer.

Auch Großhändler außerhalb des Gastrogewerbes haben mit einem Personalmangel zu kämpfen: Es fehlt an Flughafenpersonal, Sicherheitskräften, Fahrern. In vielen Fällen sind um die 20 Prozent der Stellen unbesetzt. Es gibt Transportunternehmen, die einen Teil ihres Fuhrparks wegen Fahrermangels stillstehen lassen. Insgesamt zeigt sich die Tourismusbranche besorgt um den Service, den die Touristen in diesem Sommer erhalten werden. Und um ihre Einnahmen nach zwei Jahren Stillstand.

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