24. Juli 2020
24.07.2020
Mallorca Zeitung

Das sind die aktuellen Corona-Zahlen auf Mallorca

Im Vergleich zum spanischen Festland stehen die Balearen weiterhin besser da, die Zahl der Infizierten steigt aber an

24.07.2020 | 11:24
Das sind die aktuellen Corona-Zahlen auf Mallorca

Die offiziell registrierten Corona-Zahlen auf Mallorca steigen laut der Statistik vom Dienstag (4.8.) weiter an, liegen aber weiterhin unter den Werten von vielen Regionen auf dem spanischen Festland. Das balearische Amt für Epidemiologie (Servei balear d'Epidemiologia) meldet demnach, dass auf den Inseln innerhalb der vergangenen 24 Stunden 128 Neuinfektionen dokumentiert worden sind. 

Zudem sind 6 Patienten genesen. Derzeit gibt es demnach offiziell 449 "aktive" Covid-19-Patienten auf den Balearen, die mit PCR-Tests bestätigt worden sind und somit dem Ländervergleich standhalten. Grund zur Panik bestehe weiterhin nicht, die Infektionsherde seien unter Kontrolle und 70 Prozent der Infizierten zeigten keinerlei Symptome, heißt es in einer Pressemitteilung der Landesregierung. Dass in den vergangenen Tagen so viele Neuinfektionen dokumentiert wurden, liege auch daran, dass die Kommunikation innerhalb der Gesundheitsbehörden ausgebaut worden und Früherkennung nun besser möglich sei. Infektionsketten würden schnell unterbrochen.

Das sind die aktuellen Corona-Zahlen auf Mallorca

Die balearische Gesundheitsbehörde IB-Salut, die bei ihrer Zählung auch Hinweise auf Covid-19 durch andere Tests wie Antikörper-Analysen berücksichtigt und zudem von Covid-19 genesene Patienten mit einrechnet, die durch Folgeschäden weiter behandelt werden müssen, meldet derzeit 554 behandelte Patienten. 87 Patienten werden stationär behandelt, sieben von ihnen auf der Intensiv-Station. Während auf Mallorca 84 Menschen im Krankenhaus behandelt werden (48 von ihnen nicht aus klinischen, sondern aus sozialen Gründen), befindet sich auf Menorca derzeit kein Patient wegen Covid-19 im Krankenhaus. Auf Ibiza werden drei Menschen im Krankenhaus behandelt.

72 Mitarbeiter des Gesundheitssystems werden derzeit wegen Corona-Verdacht überwacht, zwölf (alle auf Mallorca) gehören zu den "aktiven Covid-19-Patienten".

Seit Ausbruch der Pandemie wurden auf den Balearen 2.846 Covid-19-Fälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle beträgt bislang insgesamt 230. Das letzte Todesopfer war am 19. Juli gemeldet worden.

Das balearische Gesundheitsministerium hat nach eigenen Angaben das Expertenteam im Kampf gegen die Pandemie aufgestockt. Wie aus einer Pressemitteilung von Dienstag (28.7.) hervorgeht, sei ein neues Kabinett aus zehn Experten ins Leben gerufen worden. Ziel ist es, die Strategie bei der Eindämmung des Virus weiter auszuarbeiten, und die Kommunikation und Koordination zwischen dem Gesundheitssystem und andern Bereichen der öffentlichen Verwaltung auszubauen, um schneller Informationen teilen und gemeinsam Maßnahmen ergreifen zu können. Dem neuen Kabinett gehören eine Koordinatorin, drei Krankenpflegerinnen, zwei Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde, ein Epidemiologe, ein Anwalt und zwei Verwaltungskräfte an.

Am Mittwoch (29.7.) gab die Landesregierung zudem bekannt, das Team, das Infektionsketten nachverfolgt, um 40 weitere festangestellte Experten aufzustocken. Insgesamt kümmern sich derzeit 162 Menschen in den Gesundheitszentren auf der Insel sowie in der Telefonzentrale darum, möglichst schnell alle engeren Kontaktpersonen von Neuinfizierten ausfindig zu machen.

Ländervergleich

Dass Mallorca international noch immer nicht allzu schlecht dasteht, zeigt die relativ geringe Quote von Neuinfektionen im Vergleich zu der Bevölkerungsdichte. Während in Gesamt-Spanien in den vergangenen sieben Tagen (Stand: Montag, 4. August) 30,9 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner kamen, sind es auf den Balearen 14,3 gewesen. Und das, obwohl zahlreiche Touristen auf der Insel sind, die gegebenenfalls zwar bei den Neuinfektionen in die Statistik mit eingehen, nicht aber bei der Berechnungsbasis der Gesamtbevölkerung.

Zum Vergleich: In Deutschland lag der Schnitt bei 5,1. Dabei ist zu beachten, dass in beiden Ländern die Abweichungen zum Durchschnitt je nach Region sehr hoch sind. Während im bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau in der vergangenen Woche 197 Neuinfektionen und im festlandspanischen Aragón 199 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner dokumentiert wurden, gibt es in beiden Ländern auch Gegenden, in denen gar keine neuen Infizierten gemeldet wurden. Das deutsche Auswärtige Amt spricht Reisewarnungen für Regionen aus, in denen mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner kommen oder in denen die Infektionsherde nicht unter Kontrolle sind.

Hintergrund: Wie man die Corona-Zahlen auf Mallorca richtig interpretiert

Dokumentierte lokale Ausbrüche auf den Balearen

Die Gesundheitsbehörden auf Mallorca fassen jeweils mittwochs die bestehenden Infektionsherde zusammen. Demnach wurden zuletzt (Stand: Mittwoch, 29. Juli) neun Infektionsherde auf den Balearen dokumentiert (davon ist die Rede, wenn ein Infizierter mindestens zwei andere Menschen ansteckt):

  • Infektionsherd im häuslichen und Arbeitsumfeld auf Mallorca, mit fünf Fällen (einer mit Symptomen) und vier weiteren Kontaktpersonen unter Beobachtung
  • Infektionsherd im familiären Umfeld auf Mallorca, mit 17 Fällen (zwei mit Symptomen) und einer weiteren Kontaktpersonen unter Beobachtung
  • Infektionsherd im häuslichen Umfeld auf Mallorca, mit zehn Fällen (drei mit Symptomen im Krankenhaus) und einer weiteren Kontaktperson unter Beobachtung
  • Infektionsherd im häuslichen Umfeld auf Mallorca, mit fünf Fällen (einer mit Symptomen im Krankenhaus) und drei weiteren Kontaktpersonen unter Beobachtung
  • Infektionsherd im sozialen Umfeld auf Mallorca, mit fünf Fällen (zwei mit Symptomen im Krankenhaus) und 13 weiteren Kontaktpersonen unter Beobachtung
  • Infektionsherd im sozialen und familiären Umfeld auf Ibiza, mit sechs Fällen (drei mit Symptomen im Krankenhaus) und 12 weiteren Kontaktpersonen unter Beobachtung
  • Infektionsherd im familiären Umfeld auf Mallorca, mit fünf Fällen (einer mit Symptomen)
  • Infektionsherd im sozialen und familiären Umfeld auf Mallorca, mit zwölf Fällen (fünf mit Symptomen, einer davon im Krankenhaus) und 21 weiteren Kontaktpersonen unter Beobachtung
  • Infektionsherd im familiären Umfeld auf Mallorca, mit drei Fällen (einer mit Symptomen) und zwei weiteren Kontaktpersonen unter Beobachtung


Quarantäne für britische Mallorca-Urlauber

Trotz der niedrigen Fallzahlen auf Mallorca und den Nachbarinseln hat die britische Regierung am Montag (27.7.) allen Briten davon abgeraten, auf das spanische Festland oder die Inseln zu reisen. Zuvor hatte der britische Premier Boris Johnson zahlreiche Urlauber kalt erwischt, als er eine zweiwöchige Quarantäne für alle Reiserückkehrer aus Spanien verordnete. Trotz der Bemühungen der Balearen-Regierung, Mallorca und die Nachbarinseln davon auszunehmen, blieb Johnson bei seinem Vorhaben. Eine Quarantäne für deutsche Urlauber ist aber nicht im Gespräch - zumal Mallorca weiterhin als sicheres Reiseziel gilt.

Am Freitag (31.7.) wurde bekannt, dass zehn Urlauber aus Madrid in Peguera eine Quarantäne absolvieren,nachdem einer von ihnen positiv getestet worden war. In Portopetro (Gemeinde Santanyí) wurde am Donnerstag (30.7.) zudem ein Infektionsherd in einem Hotel festgestellt. Hier sind Angaben des "Diario de Mallorca" zufolge sechs Hotelmitarbeiter, aber keine Gäste betroffen. Die Betroffenen seien in separaten Gästezimmern unter Quarantäne gestellt.

Unklar blieb unterdessen, wie der Fall einer vierköpfigen Familie aus Cottbus einzuschätzen ist, die nach Angaben der dortigen Stadtverwaltung vom 22. Juli nach einem Mallorca-Aufenthalt positiv getestet worden sei. Noch immer liegen keine klaren Informationen darüber vor, ob sich die Familie während, nach oder sogar vor ihrem Mallorca-Aufenthalt angesteckt hat.

Robotergesteuerte Auswertung von Tests

Auf Hochtouren läuft inzwischen die robotergesteuerte Auswertung der PCR-Tests im Landeskrankenhaus Son Espases, wo fast bis zu 800 Proben gleichzeitig analysiert werden. Derzeit sind es laut Gesundheitsbehörde rund tausend am Tag, im Notfall reichten die Kapazitäten aber für bis zu 10.000. Man will vor allem gerüstet sein: Im Zuge der möglichst lückenlosen Nachverfolgung der Infektionsketten sind die Tests inzwischen auch für all diejenigen Personen vorgesehen, die engen Kontakt mit Infizierten hatten. 

Betreuung von Mallorca-Urlaubern

Sollten sich Urlauber mit dem Coronavirus anstecken, sollen sie vorwiegend in Privatkliniken versorgt werden. In Vorbereitung ist eine Handy-App, mit der direkt Kontakt zur Klinik aufgenommen werden kann. Ein Callcenter soll passgenaue Betreuung in der Sprache der Urlauber vermitteln - ein Angebot das vor allem für Gäste von Ferienwohnungen gedacht ist. Denn Hotelgäste können sich am einfachsten an die Rezeption wenden, wo alles weitere für sie organisiert wird. 

Die Betreuung in den Privatkliniken hat zum einen den Hintergrund, dass in den öffentlichen Krankenhäusern die Wartelisten für Eingriffe aller Art in Folge der Corona-Krise wieder länger geworden sind. Zum anderen mussten die Privatkliniken enorme finanzielle Einbußen einnehmen, da viele Standardbehandlungen wochenlang nur eingeschränkt möglich waren - die Betreuung der Urlauber ist deswegen eine bei den Privatkliniken willkommene Aufgabe. Die Kosten soll die Reisekrankenversicherung, bzw. die Landesregierung übernehmen.

"Wir arbeiten bei Corona eng mit den privaten Gesundheitsstellen zusammen", so eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde IB-Salut im Gespräch mit MZ. Ausländische Urlauber könnten sich bei begründetem Verdacht auf eine Ansteckung auch bei den örtlichen Gesundheitszentren melden, ohne dass Kosten auf sie zukämen.

Hintergrund: Wie kann ich auf Mallorca einen Corona-Test machen?

So läuft es bei der Einreise nach Mallorca

Bei ankommenden Passagieren auf dem Flughafen von Palma de Mallorca wird die Temperatur automatisch mit einer Wärmebildkamera gemessen. Ein Corona-Test wird erst im Verdachtsfall vorgenommen. 

Mallorca-Urlauber müssen sich vor der Einreise in Spanien registrieren. So ist jetzt vorgeschrieben, dass Flugreisende grundsätzlich ein Formular im Spain-Travel-Health-Portal zur Gesundheitskontrolle ausfüllen (www.spth.gob.es). Das Formular erzeugt einen QR-Code, der bei Einreise vorgelegt werden muss. Dies könne auch über die entsprechende, kostenlose App erfolgen, heißt es. Bis 31. Juli 2020 kann demnach auch weiterhin bei Einreise ein Papier-Formular ausgefüllt werden. Reiseanbieter wie Fluggesellschaften, Reedereien und Veranstalter müssen auf die Pflicht zur Vorlage des Dokuments bei Einreise hinweisen. 

Wer als Urlauber unter Quarantäne gestellt wird, kann diese in eigens dafür reservierten Ferienapartments in der Gemeinde Calvià verbringen. Dabei kann sich der unfreiwillige Aufenthalt hinziehen: Das Protokoll schreibt vor, dass Urlauber nicht abreisen dürfen, bevor nicht eine mögliche Infektion ausgestanden und die von den Gesundheitsbehörden verhängte Quarantäne absolviert ist.

Situation auf spanischem Festland

Auf Mallorca gibt es derzeit keinerlei regionalen Shutdown und keine Reisewarnung. Anders auf dem spanischen Festland: Hier ist vor allem Katalonien betroffen, wo am Freitag (31.7.) 1.229 neue Fälle im Vergleich zum Vortag dokumentiert sind. Insgesamt zählen dort knapp 2.300 Menschen als "aktive Coronafälle". Besonders stark betroffen ist die katalanische Region Segrià. Ebenso wurde auch der Landkreis A Mariña in der galicischen Provinz Lugo Mitte Juli unter Quarantäne gestellt, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Betroffen vom Shutdown sind dort etwas mehr als 70.000 Menschen. Auch in der Region Aragón sind am Montag (27.7.) 738 Fälle dokumentiert und die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden.

Das deutsche Auswärtige Amt rief am Freitag (31.7.) eine offizielle Reisewarnung für Tripps nach Katalonien, Arragón und Navarra aus. Touristen können ihren Urlaub nun kostenfrei stornieren. Für Mallorca, die Kanaren und andere spanische Regionen gibt es keine Reisewarnung.

Segrià – mit der Großstadt Lleida – war die erste Region, die nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen wieder abgeriegelt worden war. Insgesamt sind dort rund 200.000 Menschen von den Restriktionen betroffen. Bis auf weiteres darf niemand einreisen oder die Region verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Die Polizei errichtete Kontrollposten. In der Region Madrid sind die Zahlen derzeit verhältnismäßig niedrig. Am vergangenen Wochenende wurden lediglich zwei neue Infektionsherde gemeldet, die bereits unter Kontrolle sind.

In ganz Spanien sind aktuell 361 Infektionsherde mit rund 4.100 Fällen gemeldet worden. Wie das spanische Gesundheitsministerium bekannt gab, habe sich die Zahl der Infizierten im vergangenen Monat verdreifacht. Oft stünden die Ansteckungen in Zusammenhang mit Nachtlokalen und Diskotheken, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten wurde. Deshalb planen viele Provinzen auf dem Festland nun ebenso harte Auflagen für Discos, wie sie auf den Balearen bereits gelten. Positiv zu bewerten sei, dass das Gesundheitssystem nicht wie im März kurz vor dem Kollaps stehe, da rund die Hälfte der Fälle asymptomatisch sei. Dass die Zahlen nach Ende des Alarmzustands wieder ansteigen sei "erwartbar" gewesen, so ein Ministeriumssprecher.

Hintergrund: Wie man die Corona-Zahlen richtig interpretiert

In Katalonien gilt seit 8. Juli eine generelle Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Auf Mallorca und den Nachbarinseln muss seit Montag (13.7.) eine Maske getragen werden. Ausnahmen gelten am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken sowie beim Sport.

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