Auch die Freizeitfischer tragen zur Überfischung auf Mallorca bei
Die Berufsfischer legen sich immer wieder mit den Hobbyanglern auf der Insel an, weil die angeblich ohne Kontrolle fischen gehen dürfen

Dieser Hobbyangler hat dank einer stattlichen llampuga gut lachen. / DM
Nicht nur die Meeresschützer sind den Berufsfischern auf Mallorca ein Dorn im Auge: Auch mit den Freizeitfischern gibt es seit geraumer Zeit immer wieder Auseinandersetzungen. Freizeitfischer dürften auch in Meeresschutzgebieten fischen – dort wo Berufsfischer aufgrund ihrer GPS-Lokalisierung sofort ausfindig gemacht und sanktioniert würden, wie der Präsident der Berufsfischer Domingo Bonnín erklärt.
Der ehemalige Generalsekretär der Berufsfischer-Vereinigung Antoni Garau spricht sich denn auch für eine stärkere Kontrolle der Freizeitfischer aus. „Sie sollten nicht jeden Tag zum Fischen hinausfahren dürfen“, erklärte er in einem Interview mit dem „Diario de Mallorca“. In den vergangenen Jahren seien so viele Boote dazugekommen, dass es dringend einer strengeren Regelung bedürfe. „Heute gibt es 22.000 Boote, auf denen potenzielle Fischer unterwegs sind.“
Wachstum ohne Kontrolle
Seit 20 Jahren wachse die Freizeitfischerei nahezu ohne Kontrolle, noch immer gebe es keine Statistiken dazu, wie viel die Fischer mit ihren Bötchen wirklich fangen. Antoni Garau berichtet von Schätzungen, dass die Freizeitfischer im Jahr rund 2.000 Tonnen Fisch aus dem Meer rund um die Inseln holen. Die Berufsfischer würden im Jahr 3.000 bis 3.500 Tonnen Fisch in der Seehandelsbörse Lonja abliefern.
„Wir beuten das Meer nicht aus“, hält Jaume Garau, der Sprecher der Freizeitfischer auf den Balearen dagegen. Nach seinen Angaben fangen die Mitglieder seiner Vereinigung rund 760 Tonnen und damit nur rund 15 Prozent der Gesamtmenge. Überhaupt seien die Berufsfischer ihnen in der Anzahl deutlich unterlegen, fischten aber deutlich mehr als die Freizeitfischer.
Darüber hinaus würden auch sie heute schon streng überwacht. Es sei keineswegs so, dass sie überall ihrem Hobby nachgehen dürften, wo sie wollten, zumindest wenn es um Schutzgebiete gehe. Er brauche allein zwei verschiedene Lizenzen, um dort fischen zu können, darüber hinaus eine GPS-Lokalisierung. „Außerdem müssen wir von jedem Fisch, den wir fangen, ein Foto machen, damit der Fang registriert ist“, sagt der Sprecher der Freizeitfischer.
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