Verstoß gegen Anti-Sauftourismus-Gesetz: Vier Lokale an der Playa de Palma auf Mallorca müssen schließen

Die Balearen-Regierung greift gegen Geschäfte und Bars durch, die sich nicht an die im Gesetz erlassenen Auflagen halten

Menschen spazieren auf der Strandpromenade von Arenal auf Mallorca an Show-Bars vorbei.  Foto: Clara Margais/dpa

Menschen spazieren auf der Strandpromenade von Arenal auf Mallorca an Show-Bars vorbei. Foto: Clara Margais/dpa

MZ

Die Balearen-Regierung greift durch: Vier Lokale und Geschäfte müssen an der Playa de Palma auf Mallorca schließen, weil sie gegen das Anti-Sauftourismus-Gesetz verstoßen haben. Konkret wird den Unternehmern vorgeworfen, Alkohol außerhalb der genehmigten Zeiten sowie an Minderjährige ausgeschenkt zu haben. Ob es sich bei den bestraften Einrichtungen um Bars, Restaurants oder Kioske handelt, ist nicht klar. Gegenüber der MZ erklärte ein Sprecher des Tourismusministeriums, diese Informationen, genau wie die Namen der betroffenen Lokale, dürfte aus Datenschutzgründen nicht weitergegeben werden.

Auch Schließungen in Magaluf

Auch die von britischen Urlaubern dominierte Partyhochburg Magaluf in der Gemeinde Calvià ist von Schließungen betroffen. Hier werden ebenfalls vier Einrichtungen dichtgemacht. Den Betreibern wurde zum einen der Ausschank von Alkohol außerhalb der erlaubten Zeiten und zum anderen sexistische Werbung vorgeworfen. Nach Informationen des Tourismusministeriums wurden die Zwangsschließungen in Magaluf schon durchgesetzt, an der Playa de Palma noch nicht.

Neben den Schließungen wurden in über 90 Fällen Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Gesetz eingeleitet. Zu den Vorwürfen gehören unter anderem Werbung für alkoholische Getränke, Anbieten von Touren auf so genannten Party-Boats und Erniedrigung von Frauen.

Der zuständige Tourismusminister Iago Negueruela erklärte am Mittwoch (20.7.) bei einer Pressekonferenz, dass es in den Touristengebieten "offensichtlich immer noch zu Szenen kommt, die keiner mehr sehen wollte." Man zeige aber auch, dass endlich gehandelt wird: Man setze die Regelungen des 2020 verabschiedeten Gesetzes seit zwei Monaten effektiv um. "Man kann nicht von heute auf morgen Verhaltensweisen ändern, die sich in den vergangenen 30 Jahren etabliert haben", so Negueruela.

Darum geht es in dem Gesetz

Das Gesetz war im Januar 2020 per Eil-Dekret verabschiedet worden. Wegen der Corona-Pandemie blieb es aber lange unbeachtet. Verboten sind unter anderem organisierte Sauftouren durch Bars, der Verkauf von Alkohol in Geschäften zwischen 21.30 Uhr und 8 Uhr morgens, Angebote wie "2 zum Preis von 1" oder auch das Flatrate-Saufen in Bars, wo ein Pauschalpreis für den Abend gezahlt wird und man so viel trinken kann, wie man möchte. /pss