Balearen-Regierung will mehr Kreuzfahrtschiffe in der Nebensaison nach Mallorca locken
Der Branchenverband CLIA sieht großes Potenzial im Frühjahr und Herbst. Die Aufweichung der aktuellen Begrenzung könnte frühestens 2025 erfolgen

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma / Manu Mielniezuk
Andrés Martínez
Die neue Balearen-Regierung prüft die Möglichkeit, in der Nebensaison mehr Kreuzfahrtschiffe am Hafen von Palma anlegen zu lassen. Das erklärte Tourismusminister Jaume Bauzà am Mittwoch (30.8.) nach einem Treffen mit Alfredo Serrano, dem Vorsitzenden der internationalen Vereinigung der Kreuzfahrtreedereien CLIA.
Limit wird im Sommer nicht angerührt
An der von der linken Vorgängerregierung ausgehandelten Deckelung von maximal drei Kreuzfahrtschiffen pro Tag wolle man in den Sommermonaten nicht rütteln, so der Minister. "Wir würden aber gerne die Regelung für die Wintermonate ausweiten. Dabei stehen natürlich Nachhaltigkeitsaspekte immer im Vordergrund", so der Politiker. Frühestens rechne man damit, die Aufweichung der Regelung im Jahr 2025 umzusetzen.
Verbandschef Serrano erklärte, die Nachfrage im Winter sei selbstverständlich nicht so groß wie in der Hauptsaison, aber es gebe durchaus Potenzial, die Anzahl der Schiffe in Palma zu erhöhen. "Die Branche ist das ganze Jahr über aktiv. Und die Saison wird immer länger. Die größten Zuwächse gibt es im Frühjahr sowie im Herbst."
Diese Regelung gilt
Die aktuelle Regelung sieht vor, dass maximal eines der drei pro Tag anlegenden Schiffe ein Megakreuzfahrtschiff sein darf, sprich: Platz für mehr als 5.000 Passagiere bietet. Zum Vergleich: Vor der Pandemie lagen regelmäßig bis zu fünf große Pötte gleichzeitig in Palma vor Anker. Dieses Phänomen hatte sich zuletzt im August 2022 ereignet. Im vergangenen Jahr galt die Begrenzung zwar schon, allerdings hatten die Reedereien noch Tage ausgehandelt, an denen das Limit überschritten werden durfte. Das ist seit Januar 2023 nicht mehr der Fall.
Die Begrenzung der Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma ist seit Jahren Gegenstand von heftigen Debatten. Kritiker monieren die Überfüllung der Stadt, die durch die vielen Urlauber verursacht wird, sowie die Umweltschäden durch die Schiffe. Befürworter hingegen argumentieren, dass viele Geschäfte in der Innenstadt ohne die Tagesbesucher nicht überleben könnten. /pss
- Ein Sexsymbol der 80er, die schönste Frau der Welt und deutsche TV-Stars: So war die Marcel Remus-Party auf Mallorca
- Tragödie auf Mallorca: Zwei Menschen sterben bei Wohnhausbrand in der Urlauberhochburg Magaluf
- Mallorcas Rettungsschwimmer schlagen Alarm: „Lage an Calviàs Küste ist untragbar“
- Tragödie auf Mallorca: Defekter Kühlschrank soll tödlichen Brand in Magaluf ausgelöst haben
- Dramatischer Rettungseinsatz an der Playa de Palma: Deutscher ertrinkt beinahe in Hotelpool
- Trotz Protesten von Anwohnern und Denkmalschützern: Abriss einer historischen Villa in Palma hat begonnen
- „Ich werde mich erschießen“: Sohn von Mallorcas Drogenbaronin La Paca stürmt Krankenhaus mit Pistole
- Kamaleónico: Ein kulinarisches und gesellschaftliches Erlebnis im Zentrum von Palma