Durchfall-Masche: Haftstrafe für britisches Ehepaar
Die Familie hatte versucht, nach zwei Mallorca-Urlauben 22.000 Euro von einem Reiseveranstalter zu ergaunern
Ein Gericht in Liverpool hat ein britisches Ehepaar zu Haftstrafen verurteilt, weil es versucht hatte, einen Reiseveranstalter mit einer vorgetäuschten Lebensmittelvergiftung zu betrügen. Das berichtet die Tagseszeitung "El Mundo". Dem Blatt zufolge hatten Deborah B. und ihr Mann Paul R. nach zwei Mallorca-Urlauben mit ihren Kindern in den Jahren 2015 und 2016 vorgegeben, vom Hotelessen Magenprobleme bekommen zu haben.
Sie verklagten den Reiseveranstalter Thomas Cook auf insgesamt 22.000 Euro Schadensersatz. Das Gericht kam ihnen auf die Schliche, weil sie während der angeblichen Lebensmittelvergiftung in den sozialen Netzwerken Bilder und Nachrichten posteten, die auf "Sonne und Spaß" hindeuteten. Deborah B. wurde zu neun Monaten Haft verurteilt, ihr Gatte zu 15 Monaten. Die Anklage gegen die gemeinsame Tochter wurde fallengelassen.Allein 2016 ein Verlust von 50 Millionen Euro
Es ist das erste Mal, dass Betrüger wegen der so genannten Durchfall-Masche zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Häufig reichte es für den Betrug, den Kassenzettel vom Kauf eines Durchfallmedikaments am Urlaubsort beim Reiseveranstalter einzureichen. Die Urlauber wurden von organisierten Banden zum Betrug aufgefordert.
Möglich machte es das äußerst laxe britische Verbraucherrecht. Seit 2013 ist die Zahl der Betrugsvorwürfe um 500 Prozent gestiegen. Reiseveranstalter und Hoteliers auf Mallorca beklagten allein im Jahr 2016 Verluste von rund 50 Millionen Euro. /pss
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