Familie eines Flutopfers von Mallorca zeigt Balearen-Regierung an
Die Angehörigen von Rafel Gili, Ex-Bürgermeister von Artà, werfen der zuständigen Ministerin vor, die Protokolle nach der Sturzflut nicht korrekt angewandt zu haben

Das Haus der Familie Gili nahe Artà. / Foto: Capó
Gut ein Jahr nach der tödlichen Flutkatastrophe im Osten von Mallorca geht die Familie eines der Opfer gegen die Balearen-Regierung vor. Die Angehörigen von Rafel Gili, dem früheren Bürgermeister von Artà, hat Anzeige gegen den Govern erstattet. Die Familie wirft der damals zuständigen Ministerin Catalina Cladera (Sozialisten) vor, angesichts der Wetterwarnungen nicht vorschrifstsgemäß gehandelt und die Protokolle nicht korrekt angewandt zu haben, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet.
So habe die Regierung Warnungen nicht rechtzeitig herausgegeben und die Straßen nicht rechtzeitig vor der Überflutung sperren lassen. Außerdem habe es viel zu wenige Mitarbeiter der Rettungsleitstelle 112 gegeben, um alle Anrufe entgegenzunehmen. In Abhängigkeit von der Antwort der Regierung auf die Anzeige entscheidet die Familie im zweiten Schritt, ob sie vor Gericht ziehen will.
Die Anzeige kommt kurz nachdem die Regierung der Familie Hilfen für Mietzahlungen versagt hat, die sie Flutopfern nach der Katastrophe zusprachen. Die Hilfen waren für Menschen gedacht, die aufgrund der Zerstörungen am Haus nicht mehr dort wohnen können und sich eine andere Bleibe suchen müssen. Im Fall der Familie Gili sei das Haus zwar nicht derart beschädigt worden, dass die Witwe des Ex-Bürgermeisters ihr Anwesen verlassen musste, dafür habe sie aber mit schweren psychologischen Auswirkungen zu kämpfen, weil ihr Mann in der Unwetternacht im Haus selbst ums Leben gekommen war.
Rafel Gili hielt sich zum Zeit des Unwetters in der Garage auf, als durch die Wassermassen eine Wand umstürzte und den Mann unter sich begrub. Die Frau blieb unverletzt, weil sie sich in einem anderen Raum aufgehalten hatte. /jk
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