Mallorcas Dreckschleuder geht am 30. Dezember in Teilen vom Netz
Der Konzern Endesa schaltet zwei der vier Produktionslinien ab und kommt damit einer Forderung der balearischen Linksregierung nach

Es Murterar. / Foto: Terrassa
Das Heizkraftwerk Es Murterar auf Mallorca geht noch vor Jahresende in Teilen vom Netz. Knapp vier Jahrzehnte nach ihrer Inbetriebnahme sollen die Produktionslinien I und II am 30. Dezember abgeschaltet werden. Um 10 Uhr werde der Schalter umgelegt, berichtet die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca".
Mit dem Schritt kommt der Energiekonzern Endesa einer zentralen Forderung der balearischen Linksregierung nach - die Einigung über die Abschaltung war Anfang des Jahres zustande gekommen. Vertreter des Landesministeriums für Energiewende wollen sich am Mittag ein Bild von der Lage in dem Kraftwerk bei Alcúdia im Nordosten von Mallorca machen, in dem vor allem Kohle aus Südafrika verfeuert wird.
Weiter in Betrieb bleiben vorerst die Produktionslinien III und IV, um die die Anlage Anfang der 90er Jahre erweitert worden war. Ihr Betrieb wird nun auf 1.500 Stunden im Jahr festgeschrieben, ab August 2021 werden die Vorgaben noch strenger. Die endgültige Abschaltung soll erst erfolgen, wenn ein zweites Stromkabel zwischen Mallorca und spanischem Festland in Betrieb ist, was sich bis 2027 hinziehen kann.
Es Murterar zählt zu den zehn Anlagen in Spanien. Weitere Kraftwerke auf Mallorca sind Cas Tresorer und Son Reus, die mit Erdgas betrieben werden. Darüber hinaus soll der Anteil erneuerbarer Energien auf Mallorca, der bislang bei unter vier Prozent hinsichtlich der Produktion liegt, schrittweise gesteigert werden. Auch der Konzern Endesa ist an Fotovoltaik-Projekten beteiligt. /ff
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